Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Ehrenamt Sachsen

Dieser Dorfverein machte selbst den Bundeskanzler sprachlos

Die startsocial Preisverleihung im Bundeskanzleramt in Berlin
Jährliche Preisverleihung des startsocial e.V. im Bundeskanzleramt | Gordon Welters / startsocial e.V.
Von: ehrensache.jetzt Bürgerstiftung Dresden
Das sächsische Ehrenamt konnte vergangene Woche die ganz große Bühne im Bundeskanzleramt erobern. Bei der feierlichen Bundespreisverleihung des Wettbewerbs startsocial wurden sieben herausragende Initiativen für ihr Engagement geehrt. Die absolute Krönung ging dabei ins Vogtland, denn der SV Triebel e.V. erhielt den begehrten Sonderpreis vom Bundeskanzler persönlich. Auch ein Leipziger Verein hat es unter die sieben Auszeichnungen geschafft.

Die renommierte Preisverleihung des startsocial e.V. in Berlin stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des sächsischen Engagements. Dass der Wettbewerb gleich zwei Initiativen aus dem Freistaat mit den begehrten Bundespreisen auszeichnete, unterstreicht die enorme Kraft und Qualität des Ehrenamts in Sachsen.  

Ein Dorfverein wird zum Vorbild

Es ist eine Geschichte, die zeigt, dass die wertvollste Arbeit oft fernab der großen Städte geleistet wird. Bundeskanzler Friedrich Merz beschreibt den SV Triebel auf den Punkt: „Ein kleiner Dorfverein aus dem Vogtland – nur Ehrenamt, keine großen Strukturen, aber ganz viel Herz“. Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht, wie laut das Herz in Triebel für das Ehrenamt schlägt. Der Ort im Vogtland zählt zwar gerade einmal 600 Einwohner, doch davon gehören stolze 272 zu den aktiven Mitgliedern des Vereins. Ganze Familien sind hier über Generationen hinweg tief im Verein verwurzelt, von den Kleinsten im Kindersport bis hin zu den Senioren.

Der Schlüssel zum Erfolg ist die volle Mitbestimmung, die der Verein all seinen Mitgliedern ermöglicht. Selbst die Jüngsten sind hier mehr als nur passive Mitglieder und dürfen den Verein aktiv mitgestalten. Ob die Planung eines neuen Spielplatzes oder die Organisation von Ausflügen – die Jugend übernimmt Verantwortung und lernt, dass ihre Stimme zählt. Dieses reibungslose System ermöglicht vor allem der unermüdliche Einsatz an der Vereinsspitze. Unter lautem Applaus wurden die Vorsitzenden Sandy Schwabe und Lena Richter auf die Bühne gerufen, um den Preis vom Kanzler entgegenzunehmen. 

Mehr aus dieser Kategorie

Die Mitglieder des SV Triebel zeigen in erster Linie „ganz große Dankbarkeit. Die Menschen freuen sich, dass der Verein jetzt so im Mittelpunkt steht und das Ganze dadurch so bekannt wird. Die Auszeichnung war für uns alle eine riesige Freude und wir planen schon eine große Feier für alle Ehrenamtlichen“ erklärt Sandy Schwabe, erste Vorsitzende des Vereins. 


Friedrich Merz überreicht den beiden Vorsitzenden des SV Triebel den Sonderpreis des startsocial e.V.
Sandy Schwabe (l.) und Lena Richter (r.) erhalten den Sonderpreis | Gordon Welters / startsocial e.V.

Über die letzten Monate hinweg nutzte der Verein das Stipendium, um den Verein rundum fit für die Zukunft zu machen: Der Vorstand wurde vergrößert, Aufgaben neu verteilt und auch die Buchhaltung sowie Arbeit an Fördergeldern wurden besser organisiert. Die Verantwortung liegt jetzt auf mehreren Schultern und der Verein ist perfekt für die kommenden Jahre aufgestellt. Mit der Auszeichnung des vogtländischen Vereins war der sächsische Erfolgstag allerdings noch nicht beendet. Neben dem SV Triebel erhielt auch der Leipziger Verein „Irrsinnig Menschlich e.V.“ eine der sieben Auszeichnungen. 

„Hilfe für Helfer“: Was steckt hinter dem Wettbewerb?

Wer bei startsocial gewinnt, bekommt mehr als nur einen Händedruck und ein Preisgeld. Der Wettbewerb gilt unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers als einer der renommiertesten Ehrenamtspreise Deutschlands. Kaum eine andere soziale Initiative genießt eine so hohe politische Aufmerksamkeit. Diese Unterstützung kommt nicht zuletzt durch das einzigartige Konzept von startsocial: „Hilfe für Helfer“.

Die Grundlage der Initiative bildet ein viermonatiges Beratungsstipendium. Jedes Jahr werden 100 soziale Initiativen ausgewählt und bekommen zwei Experten aus der Wirtschaft oder dem Projektmanagement als Unterstützung an die Seite gestellt. Ehrenamtlich und auf Augenhöhe wird gezielt an Schwachstellen des Vereins gearbeitet – egal ob Digitalisierung, Fördermittelbeschaffung oder eben, wie im Fall des SV Triebel, die Strukturierung des Vereins. Nur wer diese intensive Beratungsphase erfolgreich meistert, bekommt die Chance, im Bundeskanzleramt auf dem Treppchen zu stehen. Der Preis steht damit nicht nur für kurzfristige Erfolge, sondern für eine nachhaltige Entwicklung der Vereine. 

Die Erfolgsgeschichte des SV Triebel zeigt eindrucksvoll, was mit der richtigen Unterstützung möglich ist. Wer diese Chance auch für seinen Verein nutzen möchte, bekommt jetzt wieder die Möglichkeit, sich für startsocial zu bewerben. Das Programm schreibt aktuell die nächsten 100 Beratungsstipendien aus. Egal ob etablierte Organisation oder neue soziale Idee: Bis zum 10. Juli läuft die Bewerbungsphase online über die Website des Vereins. Wer sein Ehrenamt nachhaltig stärken, neue Netzwerke knüpfen und den eigenen Verein zukunftsfähig aufstellen will, kann sich jetzt auf die Stipendien bewerben.

Bundeskanzler Friedrich Merz übergibt eine startsocial Auszeichnung an den Leipziger Verein
Der Irrsinnig Menschlich e.V. erhält einer der sieben Auszeichnungen | Gordon Welters / startsocial e.V.

Die Auszeichnungen für den SV Triebel e.V. und den Irrsinnig Menschlich e.V. setzen ein wichtiges Zeichen für die gesamte Region. Sie beweisen eindrucksvoll, dass Sachsens Vereinslandschaft vom ländlichen Raum bis in die Großstadt zu den tragenden Säulen des gesellschaftlichen Miteinanders in Deutschland gehört. Während in Triebel nun die wohlverdienten Feierlichkeiten anstehen, bleibt abzuwarten, welche sächsischen Projekte im kommenden Jahr in die Fußstapfen der aktuellen Preisträger treten werden.

ehrensache.jetzt Bürgerstiftung Dresden
Artikel von

ehrensache.jetzt Bürgerstiftung Dresden

ehrensache.jetzt Bürgerstiftung Dresden ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.