Es ist ein sonniger Dienstag-Nachmittag in Plauen, als in der Turnhalle der Astrid-Lindgren-Grundschule das wöchentliche „Power Kids“-Projekt ansteht. Mittendrin steht Andreas Färber, Vorstandsmitglied des örtlichen Kinderschutzbundes. Für die Schülerinnen und Schüler ist er der perfekte Anker nach einem anstrengenden Schulalltag: Hier bekommen sie spielerisch Werte vermittelt, tanken neue Energie und kriegen den Kopf nach einem langen Tag wieder frei. Was vor über drei Jahrzehnten als kleine, visionäre Initiative begann, ist heute, nicht zuletzt dank Färber eine tragende Säule der regionalen Kinder- und Jugendarbeit – der Kinderschutzbund Plauen e.V.
Einst war er der jüngste Vorsitzende im Bund – über zwei Jahrzehnte später gehört er zu den ältesten Urgesteinen im Landesverband Sachsen und setzt sich auch hier als stellvertretender Vorsitz unermüdlich für Kinderrechte ein. Was als kleines, reines Ehrenamt begann, ist heute zu einer festen Institution mit rund 30 hauptamtlichen Mitarbeitenden in Plauen herangewachsen. Die Arbeit mit den Jüngsten ist dabei für ihn kein bloßer Zeitvertreib, sondern eine absolute Herzensangelegenheit, die ihn im Kern jung hält.
Andreas Färber legt großen Wert darauf, all seine Projekte aus einer tief demokratischen und sozialen Perspektive heraus zu führen. Es ist das Fundament seiner Arbeit, den Kompass der Kinder frühzeitig auf ein demokratisches Miteinander auszurichten und ihnen im Alltag eine lebendige, weltoffene Alternative vorzuleben und sie für ein faires Miteinander starkzumachen.
Das Geheimnis der Power Kids
Wie lebendig dieses Ehrenamt nach wie vor ist, zeigt sich pünktlich in der Sporthalle. Bevor der erste Ball rollt, gilt eine ungeschriebene, aber eiserne Regel: Zehn Liegestütze für jeden, der die Halle betritt. Was nach Drill klingen mag, ist in Wahrheit ein Ventil für angestaute Energie nach einem langen, reizüberfluteten Schulalltag. Die Kinder fackeln nicht lange; instinktiv und mit lautem Lachen werfen sie sich auf den Boden und pumpen die erste Power in den Hallenboden. Andreas Färber beobachtet das bunte Treiben mit einem breiten Lächeln.
Nach dem Power-Start nimmt Färber mit den Kindern auf einigen Bänken Platz. Er hat einen Projektor aufgebaut, um eine Diashow der Kanutour aus der vergangenen Woche zu zeigen. Gemeinsam schauen sie sich die Bilder an, lachen über wackelige Momente auf dem Wasser, und Färber lässt den Ausflug gemeinsam mit allen Kindern Revue passieren.

Bei den „Power Kids“, die vor 15 Jahren als reine „Power Jungs“ begannen und nach Protesten der Mädchen schnell umbenannt wurden, schlägt das Herz für Gleichberechtigung und Vielfalt. Es geht um Zusammenhalt, praktische Skills und echte Erlebnisse bei Ausflügen in der Natur. In der Sporthalle lernen sie sich richtig abzustützen und bei einem Sturz abzufangen, bevor dann im Sommer eine Höhlentour im Vogtland ansteht. Zum Abschluss der Stunde wird Zweifelderball gespielt – ein absolutes Highlight, das die Kinder sehr lieben und bei dem die ganze Halle bebt.