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Ultimatives Nolan-Erlebnis: Dresden holt sich die 16. IMAX-Leinwand Deutschlands

Blick in einen modernen Kinosaal im blauen Licht. Auf einer riesigen, gebogenen Leinwand ist eine Film-Animation zu sehen. Links an der Wand leuchtet ein weißer IMAX-Schriftzug über den ansteigenden Reihen dunkelblauer Sitze.
Kinowucht in Dresden: 190 Quadratmeter Silberleinwand und 12-Kanal-Laser-Sound erwarten die Filmfans ab dem 16. Juli 2026 im neuen IMAX-Saal des Kristallpalasts. Pünktlich zum Start von Christopher Nolans Epos „Die Odyssee“. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Der Countdown läuft unbarmherzig bis Donnerstag. Für ein 250-Millionen-Dollar-Epos hat der Kristallpalast klammheimlich aufgerüstet - die größte Investition, die das Haus je in einen einzelnen Saal gesteckt hat. Was Kinofans erwartet, gibt es bundesweit nur extrem selten.

Dresden. Es gab einen Termin, und der war nicht verhandelbar: Donnerstag, 16. Juli. An diesem Tag startet Christopher Nolans „Die Odyssee" - der erste Spielfilm der Geschichte, der komplett mit IMAX-Kameras gedreht wurde. Bis dahin, so die Ansage im Kristallpalast, muss der Saal stehen.

Er steht. In drei Monaten hat das Kino einen seiner acht Säle bis auf die Grundmauern umgebaut: 190 Quadratmeter Leinwand, zwölf Lautsprecher, 4K-Projektor - und 130 Sitze weniger als vorher. Was dort jetzt hängt, gibt es bundesweit nur sechzehn Mal. „Hier hat tatsächlich eine 180-Grad-Wendung stattgefunden", sagt Geschäftsführerin Paulina Mertins.

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Bislang gab es in Deutschland nur 15 IMAX-Leinwände. Der Kristallpalast betreibt jetzt die sechzehnte. „Das gibt es also wirklich nicht wie Sand am Meer", sagt Mertins. Lange habe man nach dem passenden Saal gesucht: „Wir denken, eigentlich möchte man jeden Film in IMAX sehen."

Cineplex ist ein Zusammenschluss mittelständischer Kinobetreiber, entstanden in den 1990er-Jahren. Der Umbau begann Ende des ersten Quartals 2026 und kostete einen siebenstelligen Betrag - nach Angaben des Hauses eher im unteren bis mittleren Bereich dieser Spanne. Es ist die größte Summe, die das Unternehmen je in einen einzelnen Kinosaal investiert hat. Der Kristallpalast selbst steht seit Februar 2025 unter neuer Führung: Die Betreiber des benachbarten Rundkinos hatten das Haus übernommen und nach kurzer Pause wieder ans Netz gebracht. Der IMAX-Saal ist nun das Ausrufezeichen.

Was der Saal kann: 12 Kanäle, Silberbeschichtung - und 130 Sitze weniger

Die Technik ist auf Wucht ausgelegt. Zwölf Lautsprecher hängen an der Decke und stehen hinter der Leinwand - kein Sound, den man nur hört, sondern einer, der durch den Körper geht. Die Leinwand ist silberbeschichtet, was für 3D-Vorführungen gebraucht wird. Der Projektor liefert echtes 4K.

Am deutlichsten aber zeigt sich der Anspruch an einer Zahl, die nach unten ging: Früher passten mehr als 500 Zuschauer in den Saal, heute sind es 380. Rund ein Viertel der Plätze ist verschwunden - zugunsten von Beinfreiheit, Sichtachsen und Sitzkomfort. Ein Kino, das freiwillig auf Kapazität verzichtet, meint es mit dem Erlebnis ernst.

Nahaufnahme eines luxuriösen, dunkelblauen Kinosessels mit verstellbarer Fuß- und Rückenlehne unter blauem Licht. Am Armrest befinden sich silberne Bedienknöpfe sowie ein integrierter Becherhalter. Am Kopfende ist die Sitznummer 10 zu sehen.
Luxus statt Massenabfertigung: Für maximalen Komfort schrumpft der neue IMAX-Saal um 130 Plätze. Die neuen Premium-Sessel in der Loge bieten viel Beinfreiheit und lassen sich per Knopfdruck elektrisch verstellen. Foto: CdH

Denn die Sitze selbst sind beweglich und haben in der Loge eine Fußablage. In den vorderen Reihen stehen sogenannte Rocker Seats, die sich ab einem Körpergewicht von etwa 40 Kilogramm automatisch mitbewegen. Bei kleinen Kindern passiert also noch wenig - bei Erwachsenen umso mehr.

„Die Odyssee": der Film, für den der Saal gebaut wurde

Nolans Homer-Epos ist mit rund 250 Millionen Dollar der teuerste Film seiner Karriere. Matt Damon spielt Odysseus, dazu Tom Holland, Zendaya, Anne Hathaway und Robert Pattinson. 172 Minuten lang. Und eben: der erste Spielfilm, der vollständig mit IMAX-Kameras entstand – eine Technik, die bisher nur für einzelne Szenen taugte, weil die Kameras für Nahaufnahmen schlicht zu laut waren.

Ein Format, das man kennen sollte

Ein Hinweis für Puristen: Nolan hat „Die Odyssee" auf 70-Millimeter-IMAX-Film gedreht und zeigt sie am liebsten analog projiziert. Diese Technik steht in ganz Deutschland nirgends - die nächsten Häuser mit 70mm-IMAX-Projektor sind London und Prag.

Dresden fährt digitale 4K-Laserprojektion, also dieselbe Version, die auch in Berlin, Hamburg und München läuft. Für Kinogänger heißt das: deutlich mehr Bildinhalt als im Standardsaal, mehr Helligkeit, mehr Kontrast – und ein Format, das Nolan ausdrücklich für seine Filme mitdenkt. Wer die Odyssee in Sachsen sehen will, sieht sie hier am größten.

Preise: Was der IMAX-Saal kostet

Der Aufpreis hält sich in Grenzen. Tickets für den IMAX-Saal kosten vier Euro mehr als reguläre Karten im Kristallpalast. Wer in der Loge sitzen will – mit individuell einstellbarer Fußbank und Rückenlehne -, zahlt 8,50 Euro Aufschlag.

Und danach? Bis Jahresende stehen unter anderem „Dune", die Rückkehr der „Tribute von Panem" und der Tom-Cruise-Film "Digger" auf dem Programm. Die 380 Plätze dürften also beschäftigt bleiben.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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