Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Dresden News

Großrazzia in Dresden: Der fiese Millionen-Coup mit den Norwegen-Urlaubern

Eine Angelrute mit Spinnrolle ist am Rand eines grauen Bootes befestigt. Im Hintergrund erstreckt sich eine ruhige Wasserfläche, an deren Ufer herbstlich gefärbte Bäume in Orange- und Gelbtönen stehen. Ein bewölkter Himmel umgibt die tiefstehende Sonne.
Kriminelle Machenschaften im Angelurlaub: Ein Dresdner Reisebüro soll über 1,3 Millionen Euro bei der Vermittlung von Norwegen-Trips unterschlagen haben. Nun durchsuchte das Landeskriminalamt mehrere Objekte in zwei Bundesländern. Symbolbild: pixabay/K_Malik
Von: Dresden News
Sie verkauften Angelreisen nach Norwegen, an Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - elf Jahre lang. Doch das Geld, so der Verdacht, nahm einen Umweg. Am Dienstag rückte das Landeskriminalamt in fünf Wohnungen und vier Firmen aus.

Dresden. Es klingt zunächst harmlos: Ein Dresdner Reisebüro vermittelt Angelreisen nach Norwegen. Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz buchen, zahlen, fahren. Das läuft seit Anfang 2015. Am Dienstag rückten Einsatzkräfte des Landeskriminalamts aus - und durchsuchten neun Objekte in zwei Bundesländern.

Razzia in Dresden, Königsbrück und Niedersachsen

Betroffen waren die Privatwohnungen von fünf Beschuldigten sowie vier Firmenobjekte. Durchsucht wurde in Dresden und Königsbrück, dazu im niedersächsischen Stuhr, in Winsen und in Delmenhorst. Unterstützung kam von der sächsischen Bereitschaftspolizei und der Polizei Niedersachsen.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um vier Deutsche im Alter von 45, 52 und zweimal 54 Jahren sowie einen 56-jährigen Norweger. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs.

Der Vorwurf: Ein Vertrag, der etwas anderes vorsah

Im Kern geht es um eine Frage der Zuständigkeit - und um Geld, das den falschen Weg genommen haben soll. Nach dem Handelsvertretervertrag mit einer norwegischen Gesellschaft durften die Männer Angelreisen zwar verkaufen und Verträge abschließen. Kassieren durften sie ausdrücklich nicht. Das Geld der Kunden sollte direkt an die Norweger fließen.

Mehr aus dieser Kategorie

Genau das soll nicht geschehen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Beschuldigten die Rechnungen manipulierten und die Zahlungen so an sich selbst umleiteten.

Der Wechselkurs als Stellschraube

Der zweite Teil des Vorwurfs ist der raffiniertere. Die Kunden zahlten in Euro, die norwegische Gesellschaft rechnete in Kronen. Zwischen beiden Währungen liegt ein Wechselkurs - und der schwankt.

Diese Differenz sollen sich die Beschuldigten zunutze gemacht haben: Nach dem bisherigen Ermittlungsstand leiteten sie nur verminderte Beträge nach Norwegen weiter. Was hängen blieb, blieb bei ihnen..

Schaden: rund 1,3 Millionen Euro

Über elf Jahre summiert sich das. Der norwegischen Gesellschaft soll nach bisherigen Erkenntnissen ein Gesamtschaden von etwa 1,3 Millionen Euro entstanden sein. Was die Durchsuchungen erbracht haben, ist noch offen. Die Ermittlungen dauern an.

Dresden News
Artikel von

Dresden News

Dresden News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.