Dresden. Es klingt zunächst harmlos: Ein Dresdner Reisebüro vermittelt Angelreisen nach Norwegen. Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz buchen, zahlen, fahren. Das läuft seit Anfang 2015. Am Dienstag rückten Einsatzkräfte des Landeskriminalamts aus - und durchsuchten neun Objekte in zwei Bundesländern.
Razzia in Dresden, Königsbrück und Niedersachsen
Betroffen waren die Privatwohnungen von fünf Beschuldigten sowie vier Firmenobjekte. Durchsucht wurde in Dresden und Königsbrück, dazu im niedersächsischen Stuhr, in Winsen und in Delmenhorst. Unterstützung kam von der sächsischen Bereitschaftspolizei und der Polizei Niedersachsen.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um vier Deutsche im Alter von 45, 52 und zweimal 54 Jahren sowie einen 56-jährigen Norweger. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs.
Der Vorwurf: Ein Vertrag, der etwas anderes vorsah
Im Kern geht es um eine Frage der Zuständigkeit - und um Geld, das den falschen Weg genommen haben soll. Nach dem Handelsvertretervertrag mit einer norwegischen Gesellschaft durften die Männer Angelreisen zwar verkaufen und Verträge abschließen. Kassieren durften sie ausdrücklich nicht. Das Geld der Kunden sollte direkt an die Norweger fließen.