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Über 1.800 Anrufe in der Leitstelle: Hitzewelle und Waldbrand fordern Dresden vor dem Gewitter

Ein erschöpfter Feuerwehrmann sitzt in voller Schutzbekleidung auf dem Trittbrett eines Feuerwehrfahrzeugs und nimmt eine Wasserflasche entgegen.
Extrembelastung im Sommer: Die anhaltende Hitzewelle und die hohe Einsatzzahl fordern von den Dresdner Feuerwehrleuten und Rettungskräften vollen körperlichen Einsatz. Foto: Feuerwehr Dresden
Von: Cornelius de Haas
Auch am Sonntag ließ die Hitze Dresden nicht los: Die Retter rückten zwar seltener aus als am Rekordtag zuvor, doch die Zahl der hitzebedingten Notfälle verdoppelte sich - und in einem überhitzten Aufzug kämpften sechs Eingeschlossene um Luft. In der Nacht zog dann auch noch ein Gewitter über die Stadt.

Dresden. Die Hitze gönnte weder den Dresdnern noch ihren Rettern eine Pause. Auch am Sonntag rückte der Rettungsdienst pausenlos aus - 278 Mal in 24 Stunden. Das waren zwar weniger Einsätze als am Samstag, der mit 318 Alarmierungen den Jahresrekord markiert hatte. Doch ausgerechnet die Hitze selbst forderte diesmal mehr.

Als möglicherweise hitzebedingt stuften die Disponenten allein in Dresden 37 Einsätze ein - mehr als doppelt so viele wie am Vortag, als es 18 waren. Hinzu kamen 87 Notarzteinsätze, fünf Flüge des Rettungshubschraubers, zwei Intensivverlegungen und 31 Krankentransporte. Ob die Temperaturen tatsächlich die Ursache waren, lässt sich aus den Notrufdaten allein nicht abschließend sagen.

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Sechs Menschen kämpfen im überhitzten Aufzug um Luft

Wie schnell die Hitze gefährlich wird, zeigte sich um 11:46 Uhr am Moränenende. Sechs Menschen saßen in einem Aufzug fest, dessen Kabine sich stark aufgeheizt hatte - einer von ihnen war bereits zusammengebrochen. Weil sich die Tür nicht zerstörungsfrei öffnen ließ, verschafften sich die Einsatzkräfte gewaltsam Zugang und bliesen mit einem Hochleistungslüfter frische Luft in die Kabine. Alle sechs kamen frei, zwei mussten ins Krankenhaus.

Am Abend spielte sich Ähnliches in Striesen ab. In einer aufgeheizten Dachgeschosswohnung betreuten die Kräfte eine Frau mit Kreislaufproblemen und ihre drei Kleinkinder, lüfteten die Räume und kühlten die Patientin mit feuchten Tüchern, bis der Rettungsdienst übernahm. Einen zweiten Rettungswagen für die Kinder brauchte es am Ende nicht - eine Angehörige traf rechtzeitig ein.

Waldbrand in der Dresdner Heide, Dauerstress in der Leitstelle

Gefordert war auch die Feuerwehr. Um 12:57 Uhr brannte in der Dresdner Heide auf rund 30 mal 10 Metern der Waldboden entlang eines Weges. Mit drei Strahlrohren stoppten die Kräfte das Feuer, das Löschwasser schafften Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr heran; am Abend folgte eine Nachkontrolle.

Am härtesten traf es die Integrierte Regionalleitstelle. Vor allem die vielen Feld- und Vegetationsbrände im Landkreis Meißen ließen die Telefone heißlaufen: Schon um die Mittagszeit gingen rund 50 Anrufe pro Stunde ein, gegen 16 Uhr waren es in der Spitze 65. Zwischen 6:30 und 23:00 Uhr bearbeiteten die Disponenten 1.881 Gespräche, darunter 634 Notrufe - an einem normalen Sonntag sind es etwa 500. Fünf zusätzliche Kräfte mussten aus den Wachen einspringen.

Nach der Gluthitze das nächtliche Gewitter

In den frühen Morgenstunden des Montags wechselte das Wetter schlagartig: Ein Gewitter zog über die Region. Dresden selbst kam glimpflich davon - die Feuerwehr rückte zu drei wetterbedingten Einsätzen aus, beseitigte entwurzelte Bäume und eine überflutete Fahrbahn in Weißig. Größere Schäden blieben aus.

Feuerwehrsprecher Michael Klahre bittet die Bevölkerung, „die anhaltende Hitze ernst zu nehmen": viel trinken, die Mittagshitze meiden, auf Ältere, Kinder und Vorerkrankte achten und im Wald jede Zündquelle vermeiden. Die vergangenen Tage hätten gezeigt, wie sehr die Hitze auch die Einsatzkräfte belaste - zumal viele von ihnen parallel überörtliche Großlagen wie den Waldbrand in der Gohrischheide stemmen. Jeder vermeidbare Notfall halte die Helfer für die echten Notlagen frei.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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