Dresden. Kurz bevor das Begleitgremium zum Wiederaufbau der Carolabrücke seine Empfehlung für den Siegerentwurf formuliert, macht der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Druck: Die Ortsgruppe Dresden fordert, die Verkehrsanlagen der neuen Brücke „nach allgemein anerkannten Regeln der Technik" zu dimensionieren - und hält vier Kraftfahrstreifen für überflüssig und teuer.
Der Vorwurf: teuer und ohne Mehrwert
Aus Sicht des Verbands bringt eine vierstreifige Brücke „keinerlei Mehrnutzen", weil die Leistungsfähigkeit ohnehin von den benachbarten Knotenpunkten bestimmt werde. Der VCD verweist auf Zähldaten und Prognosen: Die Kfz-Werte auf den Dresdner Brücken sänken im langjährigen Trend, die Bedeutung der Carolabrücke für den Autoverkehr habe in zehn Jahren um rund 30 Prozent abgenommen, während Fahrgast- und Radverkehrszahlen deutlich stiegen. Auch Führerscheinbesitz und Auto-Anteil auf Arbeitswegen gingen zurück. Als Quellen nennt der Verband die Verkehrserhebung SrV 2023 der TU Dresden und die städtische Verkehrsprognose zur neuen Carolabrücke.