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Ein Rekord, den Dresdens Retter nicht feiern wollten

Ein Mitarbeiter der Dresdner Leitstelle sitzt vor mehreren Bildschirmen mit Einsatzplänen und digitalen Karten zur Koordination von Rettungseinsätzen.
Hochbetrieb in der Dresdner Leitstelle: Bei extremem Einsatzaufkommen koordinieren die Disponenten die Rettungskräfte über digitale Lagebildschirme. Symbolfoto: Feuerwehr Dresden
Von: Dresden News
Es war der härteste Tag des Jahres für Dresdens Rettungsdienst: 318 Einsätze in nur 24 Stunden, während die Sonne unerbittlich brannte. Wer half, kämpfte am Ende selbst gegen die Hitze - und ein nächtlicher Alarm am Zirkus endete ganz anders als gedacht.

Dresden. Es war ein Tag, der selbst routinierte Einsatzkräfte forderte: 318 Mal rückten die Rettungskräfte des Dresdner Brand- und Katastrophenschutzamtes innerhalb von 24 Stunden aus - so oft wie an keinem anderen Tag in diesem Jahr. An einem gewöhnlichen Samstag sind es 200 bis 250 Einsätze.

Die Bilanz liest sich wie das Protokoll einer Großstadt unter Hochdruck: 317 Mal fuhren die Rettungswagen durch das Stadtgebiet, 86 Mal eilte ein Notarzt hinzu, achtmal hob der Rettungshubschrauber Christoph 38 ab. Herz-Kreislauf-Notfälle, Schlaganfälle, Stürze, Verkehrsunfälle - und immer wieder Menschen, denen die Hitze zusetzte. Rund 18 Einsätze stuften die Disponenten der Leitstelle als möglicherweise hitzebedingt ein: Kreislaufprobleme, Schwindel, Flüssigkeitsmangel. Ob das Wetter tatsächlich die Ursache war, lässt sich anhand der Notrufe allein allerdings nicht abschließend sagen.

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Gefordert war auch, wer half. Über Stunden arbeiteten Sanitäter und Notärztinnen selbst unter sengender Sonne. In der Leitstelle stapelten sich die Anrufe schließlich so sehr, dass Personal von den Wachen einspringen musste, um die Notrufe zeitnah abzuarbeiten.

Auch die Feuerwehr kam kaum zur Ruhe: Sie holte Menschen aus stecken gebliebenen Aufzügen, öffnete Türen, hinter denen hilflose Bewohner vermutet wurden, und rückte zu acht Bränden aus. Kurios wurde es am frühen Morgen. Gegen 3:58 Uhr meldete jemand ein Feuer nahe dem Zirkus am Bischofsweg - doch vor Ort fanden die Kräfte keinen brennenden Zirkus, sondern einen Müllcontainer rund 100 Meter entfernt. Schnell gelöscht.

Waldbrände im Umland: Drohnenstaffel über der Gohrischheide

Während in der Stadt die Hitze dominierte, kämpften die umliegenden Landkreise gegen Flammen: In der Gohrischheide hielt ein Großbrand die Leitstelle in Atem. Am Abend stieg sogar die Drohnenstaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes auf, um die Einsatzleitung aus der Luft zu unterstützen.

Die Feuerwehr appelliert an die Dresdner, in der Hitze umsichtig zu bleiben: viel trinken, die Mittagssonne meiden, auf Ältere, Kinder und Kranke achten - und im Wald jede Zündquelle vermeiden. Denn jeder Einsatz, der sich verhindern lässt, entlastet genau jene, die ohnehin am Limit arbeiten.

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