Techno-Star Boris Brejcha hört auf: Letztes Ost-Konzert in Dresden
Dresden. Boris Brejcha macht Schluss. Der Techno-Produzent mit der Maske hat sein letztes Jahr als großer Tour-Headliner angekündigt, und seine letzte Show in Ostdeutschland spielt er am Samstag, 7. August 2027, auf dem Theaterplatz, zwischen Semperoper und Zwinger.
Warum Brejcha aufhört
Das Ende seiner Laufbahn machte Brejcha am Wochenende auf Instagram öffentlich. „Mein Papa hat immer gesagt, wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören”, schrieb der Erfinder des „High-Tech Minimal”. 2028 will er auf einer Abschiedstour noch einmal so viele Konzerte wie möglich spielen, danach ist Schluss mit den großen Headline-Shows. Dresden wird dabei zur letzten Station im Osten. Wer ihn hier live erleben will, hat dafür genau diesen einen Termin.
Der Mann hinter der Maske
Geboren wurde Brejcha 1981 in Ludwigshafen am Rhein. Seinen Stil nennt er selbst „High-Tech Minimal”, eine Mischung aus treibenden Beats und melodischen Flächen. Sein Markenzeichen ist die bemalte Maske, die er erstmals vor einem Auftritt in Rio de Janeiro trug, angeregt vom dortigen Karneval, und seitdem behalten hat. Hinter ihr, sagt er, gehe es im Konzert um die Musik und nicht um ihn. 2015 gründete er nach Jahren beim Label Harthouse sein eigenes Label Fckng Serious, bekannt wurde er mit Stücken wie „Gravity” und Alben wie „Space Diver” und „Level One”.
Zu seiner Biografie gehört ein schweres Unglück. Als Sechsjähriger wurde Brejcha 1988 beim Flugtag von Ramstein verletzt. Bei einer Flugshow auf der US-Luftwaffenbasis stießen drei Maschinen zusammen, 70 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Brejcha erlitt schwere Verbrennungen und lag lange im Krankenhaus.
Von Tomorrowland bis vor die Semperoper
Groß wurde Brejcha über die Open-Air-Mitschnitte des Formats Cercle. Sein Set vor Schloss Fontainebleau 2017 kam bis 2024 auf über 39 Millionen Aufrufe, später legte er im Grand Palais in Paris und im römischen Amphitheater von Nîmes auf. Als Headliner spielte er auf Festivals wie Tomorrowland und dem Ultra Music Festival. Techno direkt vor der Kulisse der Semperoper bleibt trotzdem die Ausnahme, der Theaterplatz steht sonst für Klassik.
Wer das Open Air veranstaltet
Präsentiert wird das Konzert unter der Marke ØRA curated, durchführender Veranstalter ist die Würzburger Deep Ocean GmbH. Unter dem ØRA-Label liefen zuletzt Open Airs mit Solomun in München, Paul Kalkbrenner in Magdeburg und Hamburg sowie Black Coffee in Nürnberg. Sascha Roth von der Deep Ocean GmbH rät, wegen der begrenzten Kapazität früh zuzugreifen und auch ein Hotelzimmer rechtzeitig zu buchen.
Tickets: erste Preisstufe schon weg
Das Konzert läuft als Tagesveranstaltung mit Beginn um 14 Uhr, dazu kommen mehrere noch nicht genannte Support-Acts. Der Vorverkauf startete am 23. Oktober, und die erste Preisstufe für 40 Euro ist bereits ausverkauft. Aktuell kosten Karten in der zweiten Phase 45 Euro, VIP-Tickets liegen bei 120 Euro. Nach Angaben des Veranstalters sind bisher mehr als 5000 Tickets verkauft.