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Sechs Kinder aus Dresden suchen ein Zuhause auf Zeit

braunen Holzwand. Auf dem Zettel steht in Buntstift-Optik „Suche Zimmer bei lieber Familie!“, darüber der Titel „Pflegeeltern gesucht!“.
„Suche Zimmer bei lieber Familie!“: Das Jugendamt Dresden sucht aktuell für sechs Kinder Pflegeeltern auf Zeit. Über Ablauf und Voraussetzungen informiert die Stadt am 7. Oktober bei einem Online-Infoabend. Grafik: Jule Demel/LHDD
Sechs Kinder in Dresden können im Moment nicht bei ihren Eltern leben und warten auf eine Familie, die sie aufnimmt. Wer darüber nachdenkt, kann sich am 7. Oktober an einem Online-Abend erklären lassen, wie es geht.

Dresden. Sechs Kinder in Dresden brauchen gerade ein neues Zuhause, zumindest für eine Weile. Das Jugendamt sucht für sie Pflegeeltern, also Menschen, die ein Kind bei sich aufnehmen, wenn es bei den eigenen Eltern nicht mehr geht. Wer sich das vorstellen kann, muss dafür kein perfektes Leben vorweisen. Gefragt sind vor allem Zeit, Geduld und die Bereitschaft, ein fremdes Kind ein Stück des Weges zu begleiten.

Wie das abläuft, erklärt das Amt am Mittwoch, 7. Oktober, um 18.30 Uhr bei einem Online-Abend. Man kann von zu Hause aus zuhören und Fragen stellen, ohne sich gleich festzulegen.

Warum Kinder eine Pflegefamilie brauchen

Wenn ein Kind nicht mehr bei seinen Eltern bleiben kann, bricht für den kleinen Menschen viel weg. Die Gründe liegen selten beim Kind. Mal sind Eltern überfordert, mal krank, mal spielen Sucht oder Gewalt eine Rolle. Ein Heimplatz wäre möglich, doch das Jugendamt bringt Kinder lieber in Familien unter, wo jemand abends da ist.

Wie viele das in Dresden schon tun, zeigt eine Zahl: 345 Familien kümmern sich derzeit um 402 Pflegekinder. Es sind Menschen ganz unterschiedlichen Alters, kein bestimmter Typ.

Meist ist es ein Zuhause auf Zeit

Ein Pflegekind aufzunehmen heißt oft nicht, es für immer zu behalten. Das Ziel ist in vielen Fällen, dass ein Kind irgendwann zu seinen Eltern zurückkehren kann. Deshalb bleiben die leiblichen Eltern im Bild, und Pflegeeltern sollten bereit sein, mit ihnen auszukommen. Das ist nicht immer leicht, gehört aber dazu.

Vor dem ersten Tag: Schulung und zwei Hausbesuche

Niemand wird ins kalte Wasser geworfen. Vorher gibt es eine zehnwöchige Schulung, getragen von zwei Dresdner Trägern, der Pflegeelternberatung „Pflegekind in Dresden" der Diakonie Stadtmission und dem Verein „Wegen Uns". Dort geht es um den Alltag mit dem Kind, um pädagogische und rechtliche Fragen und um den Umgang mit den leiblichen Eltern.

Zweimal kommt außerdem jemand vom Amt zu Besuch. Bei diesen Terminen wird gemeinsam besprochen, ob es passt, auch die finanzielle Lage ist ein Thema. Am Ende steht die Frage, ob jemand bereit ist, einem fremden Kind Nähe zu geben.

Der Infoabend läuft online unter meet.dresden.de/Informationsabend-pflegeelternwerden. Mehr steht unter dresden.de/pflegeeltern.