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Schreckens-Szenario vom Tisch: Dresdner Schwimmsportförderung bis 2028 gesichert

Schreckens-Szenario vom Tisch: Dresdner Schwimmsportförderung bis 2028 gesichert
Dresdner Schwimmvereine müssen künftig eine höhere Nutzungsgebühr für die Bahnnutzung zahlen. Aber die Steigerung bleibt moderat. Dennoch müssen die Klubs reagieren.
Die Stadt überweist 2027 und 2028 jeweils 2,25 Millionen Euro an die Bäder GmbH. Damit kann die Nutzungs-Subvention der Schwimmklubs weiter aufrecht erhalten werden. Dennoch steigt die Gebühr für die Vereine. Die müssen entsprechend reagieren.

Das Worst-Case-Szenario ist vom Tisch. Vorerst. Dresdens rund 40 Schwimmvereine und seine knapp 5000 Mitglieder haben endlich Planungssicherheit. Denn die  Subvention für die Nutzung der Bahnen in den kommunalen Schwimmhallen ist für die nächsten beiden Jahre gesichert. 

Darauf haben sich der Stadtverband Schwimmen (SVS), der Dachverband für die Schwimmvereine der Stadt, und die entsprechenden Gremien der Landeshauptstadt geeinigt.  „Die Förderung für das Vereinsschwimmen soll weiterhin durch die Dresdner Bäder GmbH erfolgen. Die hierfür erforderliche Finanzierung von jeweils 2,25 Millionen ist im Haushaltsplanentwurf 2027/2028 eingestellt”, sagt Dresdens Sportbürgermeister Jan Donhauser auf Anfrage. 

Allerdings muss dieser Plan über insgesamt also 4,5 Millionen Euro noch zur Beschlussfassung durch den Stadtrat. Das ausgearbeitete Modell sieht vor, dass die Stadt den erforderlichen Betrag jeweils an die Dresdner Bäder GmbH überweist, die diese Subvention an die Vereine weitergibt. 

Durch diesen "Umweg" spart die Stadt auch noch Geld. Würde das Rathaus die Zuschüsse selbst an die Vereine weitergeben, wäre eine Umsatzsteuer fällig. Die Subventionierungs-Zahlungen der Dresdner Bäder GmbH an die Schwimmklubs unterliegen dieser Auflage nicht. 

Stadt spart sechsstellige Summe ein

"Die Dresdner Bäder GmbH oder die Landeshauptstadt Dresden gewähren den Schwimmvereinen Zuschüsse. Die Dresdner Bäder GmbH erhebt von den Vereinen ein geringes Entgelt für die Anmietung der Schwimmbahnen und ist zur Deckung ihrer Kosten seit ca. zwei Jahren auf die zusätzliche Finanzierung durch die Landeshauptstadt Dresden angewiesen. Mit dieser Regelung wird eine bewährte Praxis fortgesetzt, die ein sechsstelliges Einsparpotenzial hat", erklärt und bestätigt der CDU-Politiker Donhauser. 

Zudem stellt die Stadt der Bäder GmbH in den kommenden zwei Jahren jährlich einen Millionenbetrag als Tilgungszuschuss für Altverbindlichkeiten zur Verfügung. Für 2027 und 2028 sind dafür jeweils 3,75 Millionen Euro "im Haushaltsplanentwurf für 2027/2028 eingestellt", unterstreicht Donhauser. Die 2013 gegründete und seit Jahren defizitär wirtschaftende Tochterfirma der Technischen Werke Dresden (TWD) gab für die Bilanzstatistik 2024 Verbindlichkeiten in Höhe von 27,4 Millionen Euro an. 

Die TWD, öffentliches Unternehmen der Stadt, hatte bis 2024 die Vereinsförderung an die Dresdner Bäder GmbH überwiesen, aber Ende 2024 per Aufsichtsratsbeschluss ihre Tochtergesellschaft damit beauftragt, ab Schuljahr 2025/26 die Vereinsförderung zu streichen. „Da für die Bäder keine vertragliche Grundlage und auch keine Gegenfinanzierung für zusätzliche Leistung aus dem Bereich der kommunalen Sportförderung vorliegt, ist die Gesellschaft in Zeiten knapper Mittel gezwungen, Sonderkonditionen zu streichen“, argumentierte die TWD damals. 

Als Worst Case machten damals Befürchtung von einer Kostenexplosion bis zu 900 Prozent für die Vereine die Runde. Das hätte Massenaustritte zur Folge gehabt. 

Durch diese Zwischenlösung mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt kommt auf die Dresdner Schwimmvereine eine deutlich moderatere Gebührenerhöhung zu als befürchtet. „Nach derzeitigem Stand unter der Annahme einer stufenweisen Erhöhung der Preise für das Vereinsschwimmen zum Nutzungs- bzw. Schuljahr 2027/2028 und 2028/2029 jeweils ein Euro pro Bahn”, sagt Donhauser. 

Vereine erhöhen Mitgliedsbeiträge

Bisher zahlen Dresdens Schwimmvereine sechs Euro Gebühr pro Stunde für eine 50-Meter-Bahn, künftig also mindestens sieben und damit knapp 17 Prozent mehr. Der normale, also nicht subventionierte Tarif beträgt 53 Euro pro Stunde und pro Bahn. 

„Es war mit einer Erhöhung zu rechnen. Dass die nicht gleich komplett um 50 Prozent hochgeht, hilft uns erst einmal. Wir brauchen einen Vorlauf, um uns anzupassen, haben keinen Puffer. Wenn, dann geht das über die Mitgliedsbeiträge", sagt Dirk Oehme, sagt Dirk Oehme, Leiter des Nachwuchszentrums beim Dresdner SC. "Die Anpassung ist moderat, aber aus den Mitteln, die wir jetzt haben, dennoch nicht zu stemmen. Wir müssen das weitergeben an die Mitglieder. Das ist auch für unsere Mitgliederversammlung im Dezember geplant“, betont er. Denkbar sei die Anhebung des Beitrags von derzeit 20 Euro auf 23 oder 24 Euro pro Monat. 

Der Mehrspartenverein USV TU Dresden, der mit knapp 1300 Schwimmhallennutzer die größte Schwimmabteilung der Stadt unterhält, hat die Mitgliedsbeiträge um fünf Euro pro Monat im Wissen um eine höhere Nutzungsgebühr bereits angehoben. "Das ist eine Hausnummer und wirklich nicht mehr preiswert, was wir anbieten, aber damit ist der Weiterbetrieb gesichert", sagt Heiko Taubenreuther, Geschäftsführer des Gesamtvereins USV TU. Denn statt 40.000 Euro Gesamtkosten jährlich für die Nutzungsgebühr fallen nunmehr deutlich über 46.000 Euro an. 

Offen ist, wer ab 2029 diese Schwimmsportförderung für das Vereinsschwimmen übernimmt. "Ab dem Jahr 2029 geht die Dresdner Bäder GmbH von einer Übernahme der Sportförderung durch die Landeshauptstadt Dresden aus, die dann im städtischen Haushalt 2029/2030 finanziell abzusichern wäre. Das ist jedoch nicht abschließend und weiter zu bereden", antwortet Jan Donhauser auf die entsprechende Nachfrage. 

In der mittelfristigen Finanzplanung für 2029 bis 2031 hat der Finanzbürgermeister aber bislang keine Mittel für die Schwimmsportförderung eingestellt. 

METIS