Rekord im Visier: Was Dresdens Promis am Samstag vorhaben
Dresden. Am Samstag verwandelt sich das Schauspielhaus in eine Benefizbühne. Zum 18. Mal lädt die HOPE-Gala zur Show, und die Veranstalter haben sich ein Ziel gesetzt. Seit 2006 überwies die Gala mehr als 2,9 Millionen Euro für Kinder im südafrikanischen Kapstadt, an diesem Abend soll die Drei-Millionen-Grenze fallen.
Im Mittelpunkt steht der HOPE-Award. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an die Hilfsorganisation SOLWODI und würdigt zugleich das Lebenswerk der Ordensfrau Lea Ackermann, die 2023 starb. Ackermann hatte als Lehrerin in Mombasa Frauen kennengelernt, die aus Armut in die Prostitution geraten waren, und gründete 1985 SOLWODI, kurz für „Solidarity with Women in Distress". Über die Vergabe entschied das 20-köpfige HOPE-Kuratorium, die Laudatio hält die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Inge Bell. Den Preis nimmt Maria Decker entgegen, Vorsitzende von SOLWODI Deutschland.
SOLWODI hilft Frauen aus Not und Gewalt
Was Ackermann in Kenia begann, wuchs zu einer Organisation, die heute vor allem in Deutschland Migrantinnen und Mädchen in Notlagen unterstützt. Dazu zählen Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution sowie Frauen, die vor Gewalt in Beziehungen oder vor einer Zwangsheirat fliehen. Nach eigenen Angaben unterhält der Verein zwölf Beratungsstellen im Bundesgebiet und mehrere Schutzwohnungen und vermittelt psychosoziale Betreuung sowie juristische und medizinische Hilfe. In Kenia setzt SOLWODI inzwischen auf Vorbeugung, etwa mit Ausbildungs- und Landwirtschaftsprojekten, damit Frauen eine eigene Existenz aufbauen können.
Das Preisgeld stiftet wie in den Vorjahren die Autohaus Dresden GmbH. Wohin die 5.000 Euro fließen, machte Decker beim Pressegespräch deutlich. Das Geld soll vor allem ein Schutzhaus für sexuell missbrauchte Kinder in Kenia unterstützen. Dort finden die Kinder eine Unterkunft, psychologische Hilfe, Essen und einen Schulplatz. Solche Häuser seien besonders schwer zu finanzieren, sagte Decker.
Mit dem HOPE-Award, der seit 2006 an Projekte für Kinder in Afrika geht, wurden zuvor unter anderem Waris Dirie, Rita Süßmuth, Harry Belafonte und Bob Geldof geehrt.
Spenden für das Projekt HOPE Cape Town
Das Geld der Gala fließt an das Projekt HOPE Cape Town, das Pfarrer Stefan Hippler vor 25 Jahren gründete. Anfangs ging es um die Versorgung HIV-positiver Kinder, heute steht Bildung im Zentrum, vom Kleinkind bis zur Berufsausbildung. „Heute kommen Kinder, Mütter, Familien in unseren Campus im Township Delft und kümmern sich mit unserer Unterstützung selbst um ihre Zukunft. Dafür ist Bildung der Schlüssel", sagt Hippler.
Das Showprogramm mischt Genres und Namen. Auftreten sollen unter anderem Kathy Kelly zusammen mit dem Barockorchester Camerata Musicus, der Kinderchor „Youth of Hope" der Musikschule Goldenes Lamm, der Dirk Michaelis und den Nachwuchssänger Bjarne begleitet sowie Jan Josef Liefers mit seiner Band Radio Doria. Durch den Abend führen Ruth Moschner und Benjamin Bieneck, zur Aftershowparty spielt Milan Devinne live, später legen drei DJs auf. Die Künstler treten ohne Honorar auf, allein aus Begeisterung für das Projekt, wie Gala-Initiatorin Viola Klein betont.
Die Gala ist nach Angaben der Veranstalter ausverkauft. Die Karten kosteten je nach Kategorie zwischen 220 und 260 Euro.