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Nur noch bis Ende Oktober: Dresden sucht Nutzer für eine 125 Jahre alte Villa

Vorderansicht einer zweigeschossigen, hellen Gründerzeit-Villa mit rotem Ziegeldach, Balkon mit Säulenportal im Eingangsbereich und leicht verwildertem Vorgarten unter blauem Himmel. (185 Zeichen)   SEO-Dateiname
Gesucht wird ein neuer Nutzer: Die städtische Denkmalvilla an der Bautzner Straße 173 in der Radeberger Vorstadt kann noch bis Ende Oktober über ein Interessenbekundungsverfahren übernommen werden. Foto: LHDD
Eine denkmalgeschützte Villa am Elbhang, knapp 500 Quadratmeter, günstige Miete. Der Haken: Wer einzieht, muss das Haus selbst herrichten, und wohnen darf dort niemand. Bis Ende Oktober können sich Interessenten melden.

Dresden. Die Stadt sucht neue Nutzer für eine denkmalgeschützte Villa an der Bautzner Straße 173. Interessenten für das städtische Grundstück in der Radeberger Vorstadt haben dafür nur noch bis Freitag, 30. Oktober, Zeit. Am Mittwoch, 14. Oktober, gibt es von 10 bis 13 Uhr den letzten Besichtigungstermin. Wer kommen will, muss sich vorher unter www.dresden.de/immobilien anmelden.

Das Angebot klingt verlockend, ist aber an Bedingungen geknüpft. Wohnen darf in der Villa niemand, Vergnügungsstätten sind ausgeschlossen. Vorgesehen ist eine soziale, kulturelle oder gesundheitliche Nutzung oder nichtstörendes Gewerbe, vor allem Büros und Praxen.

Günstige Miete gegen eigene Arbeit

Statt einer klassischen Ausschreibung läuft ein Interessenbekundungsverfahren. Die Stadt will nicht an den Höchstbietenden vergeben, sondern mit den Interessenten ins Gespräch kommen und die Mietbedingungen gemeinsam aushandeln. Im Gegenzug für eine günstige Miete müssen die künftigen Mieter das Haus auf eigene Rechnung instand setzen und für ihren Zweck umbauen. Diese Kosten dürfen sie in ihr Mietangebot einrechnen.

Blick aus einer überdachten Loggia oder von einem Balkon durch ein Geländer auf ein weitläufiges Gartengrundstück mit alten Laubbäumen und einer kleinen Holzhütte im Hintergrund.
Ein Ort mit Potenzial: Der Blick vom Balkon der Villa an der Bautzner Straße zeigt das grüne Grundstück mit altem Baumbestand. Künftige Mieter sollen das Gebäude auf eigene Rechnung sanieren. Foto: LHDD

Der Gedanke dahinter: Ohne die finanzielle Hürde eines Kaufs soll das Geld in die Nutzungsidee und die Sanierung fließen. Änderungen am Bauwerk müssen allerdings mit dem Amt für Denkmalschutz abgestimmt werden.

Denkmalvilla schräg gegenüber der Stasi-Gedenkstätte

Das Gebäude wurde dem Exposee zufolge etwa um 1900 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Es sitzt auf einem 1.133 Quadratmeter großen Grundstück direkt an der Bautzner Straße, an der Haltestelle Angelikastraße. Schräg gegenüber liegt die Gedenkstätte Bautzner Straße, die frühere Bezirksverwaltung der DDR-Staatssicherheit. Die zweigeschossige, voll unterkellerte Villa hat ein ausgebautes Dachgeschoss, einen nicht ausgebauten Spitzboden und bietet 482 Quadratmeter Nutzfläche.

Die Lage ist der eigentliche Trumpf. Das Stadtzentrum ist nah, Dresdner Heide und Elbwiesen liegen gleich um die Ecke, über die Waldschlößchenbrücke ist man schnell am Universitätsklinikum. Das Haus gehört zum Gründerzeit-Villengürtel entlang der Bautzner Straße, einem der dichtesten Bestände historischer Stadtvillen in Dresden.

Starke Nachfrage aus der Kulturszene

Seit Ende Juli sucht die Stadt nach langfristigen Nutzern. Bislang gab es neun Besichtigungen vor Ort. Dabei zeigte sich laut Verwaltung, dass der Raumbedarf aus der Kreativ-, Kultur- und Sozialwirtschaft an diesem Standort groß ist.

Hof- und Parkbereich mit gepflasterten Stellplätzen auf dem Grundstück der Villa an der Bautzner Straße, umgeben von Grünflächen, Bäumen und einer hohen weiß verputzten Mauer.
Gute Lage, beste Anbindung: Schräg gegenüber der Stasi-Gedenkstätte gelegen, bietet das städtische Grundstück auch Park- beziehungsweise Stellflächen, die für Büros oder Praxen genutzt werden können. Foto: LHDD

Wer sich bewirbt, soll bis Ende Oktober zunächst grob skizzieren, wie er die Villa nutzen will, für wie lange, wie er sie instand hält und wie sich das mit dem Denkmalschutz verträgt. Auf dieser Grundlage sucht die Stadt dann das Gespräch mit geeigneten Bewerbern, die anschließend ein genaueres Konzept und ein Angebot zu Miethöhe und Laufzeit vorlegen. Das Verfahren läuft über das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung, Fragen gehen an immobilien@dresden.de.