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Nicht nur im Klassenzimmer: Dresdner Schule belebt alte Tradition neu

Fotocollage: Mehrere Ansichten der neuen, gepflasterten Sitzbereiche mit modernen Holz-Metall-Bänken, Tischen und eingepackten Sonnenschirmen im Außenbereich des Hülße-Gymnasiums in Dresden-Reick.
Neuer Freiraum zum Lernen und Entspannen: Das Hülße-Gymnasium in Reick hat sechs moderne Sitzbereiche mit Holzbänken und Sonnenschirmen erhalten. Die neuen Freianlagen knüpfen an eine fast 100-jährige Tradition an. Fotos: LHDD/Amt für Schulen
Bildungsbürgermeister Donhauser begeistert: Warum am Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasium neue Treffpunkte entstehen und wie der Hof umgebaut wurde.

Dresden. Unterricht an der frischen Luft: Was heute modern klingt, war in Reick schon vor fast 100 Jahren Programm. Jetzt bekommt der Schulhof des Julius-Ambrosius-Hülße-Gymnasiums sechs neue Sitzbereiche mit Bank- und Tischkombinationen und Sonnenschirmen, die die rund 800 Schüler ab Frühjahr 2027 nutzen können. Angelegt sind sie auf beiden Seiten des mittleren Gartenausgangs; die unterschiedlich großen, gepflasterten Flächen fügen sich in den bestehenden Schulhof ein.

Die Bänke und Tische bieten Platz für verschiedene Gruppengrößen – vom kurzen Verschnaufen in der Pause bis zum gemeinsamen Arbeiten draußen. Schatten spenden Sonnenschirme, die sich in den Ferien und im Winter mit Wetterschutzhüllen abdecken lassen. „Damit wird der pädagogische Gedanke der Schule aufgegriffen, Lernen und Gemeinschaft nicht auf die Unterrichtsräume zu beschränken“, sagt Bildungsbürgermeister Jan Donhauser.

Ein Schulbau, der das Lernen nach draußen holte

Dass Unterricht unter freiem Himmel stattfinden kann, war dem Gebäude von Anfang an eingeschrieben. Die am 19. Oktober 1929 eröffnete Schule - ein Vorzeigebau der Neuen Sachlichkeit nach Plänen von Stadtbaurat Paul Wolf - galt als eine der modernsten Deutschlands und setzte das damals neue „Licht-Luft-Sonne-Prinzip“ um. In den turmartigen Ecken an der Rückseite lagen übereinander sechs ursprünglich offene Freiluft-Unterrichtsräume, dazu kamen zwei Dachgärten für die Astronomie. Diese Räume sind längst geschlossen. Mit den neuen Sitzbereichen im Hof greift die Schule den alten Gedanken des Lernens im Freien nun wieder auf.

Die Arbeiten an den Freianlagen dauerten rund zwei Monate. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 156.000 Euro brutto.