Dresden im April 2026. Wer in Gorbitz zur Miete wohnt, konnte sich bislang auf eine Konstante verlassen: Hier ist es günstig. Günstig genug, um auch mit einem Teilzeitgehalt oder in schwierigen Lebensphasen über die Runden zu kommen. Doch diese Gewissheit schwindet. Laut dem neuen Quartalsblatt „Dresden in Zahlen – IV. Quartal 2025“ steigen die Angebotsmieten ausgerechnet in den Plattenbaugebieten der Stadt inzwischen schneller als im städtischen Durchschnitt.
59 Prozent Steigerung: Der Mietmarkt kennt nur eine Richtung
Während die Arbeitszeit stagniert oder sinkt, explodieren die Fixkosten. Seit 2010 sind die stadtweiten Mieten um 59 Prozent gestiegen – von durchschnittlich 5,70 Euro auf 9,09 Euro pro Quadratmeter.
Noch drastischer ist die Lage bei Neuvermietungen:
- Stadtdurchschnitt (Neu/Neubau): 12,75 Euro/m²
- Spitzenreiter Leipziger Vorstadt: Bis zu 16 Euro/m² (getrieben durch Projekte wie die Hafencity).
- Trend: In der Inneren Altstadt, Striesen-Ost und Hosterwitz stiegen die Mieten zuletzt fast doppelt so stark wie im Rest Dresdens.
- Sorgenkind Industrie: Kurzarbeit im „Silicon Saxony“
Wer hofft, durch einen Job in Dresdens Vorzeigebranchen der Teuerungsrate zu entkommen, wird enttäuscht. Die konjunkturelle Kurzarbeit hat 2025 massiv zugenommen. Betroffen ist ausgerechnet das wirtschaftliche Herz der Stadt: die Halbleiterindustrie, die Elektronik und der Maschinenbau.
In den Spitzenmonaten Oktober und November 2024 waren knapp 1.300 Beschäftigte in Kurzarbeit – sechsmal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Dass die Bundesregierung die Bezugsdauer für Kurzarbeitergeld bis Ende 2026 auf 24 Monate verlängert hat, verhindert zwar Massenentlassungen, lindert aber nicht den finanziellen Druck auf die betroffenen Familien.