Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Dresden News

City-Biathlon Dresden: Olympiasieger kommen, Stadtrat zögert noch

Ein männlicher Biathlet läuft auf Skirollern mit hoher Geschwindigkeit auf der Zielgeraden im Heinz-Steyer-Stadion in Dresden. Er trägt ein weißes Renntrikot mit der Startnummer 1 und dem Sponsoren-Schriftzug HAIX, eine dunkle Sport-Radlerhose, eine Sportsonnenbrille und einen neongelben Schutzhelm.
Highspeed im goldenen Abendlicht: Frankreichs Biathlon-Star Éric Perrot kämpfte sich schon bei der vergangenen Auflage des City-Biathlons ganz nach vorn. Am Sonntag, dem 23. August 2026, kehrt der Weltcup-Gesamtsieger als Gejagter auf die Dresdner Strecke zurück. Foto: Kevin Voigt
Von: Cornelius de Haas
Das beste Starterfeld seiner Geschichte, eine neue Streckenführung und schon 40 Prozent verkaufte Tickets: Der City-Biathlon ist in Dresden angekommen. Offen bleibt nur, wer ihn ab 2027 bezahlt.

Dresden. Schnee? Braucht in Dresden niemand. Wenn am Sonntag, dem 23. August, die Weltelite des Biathlons auf Skirollern durch die Altstadt jagt, erlebt der Sommer an der Elbe seinen sportlichen Höhepunkt. Zur dritten Auflage des City-Biathlons gehen je zehn Damen und Herren im Massenstart auf die Strecke, allen voran der französische Weltcup-Gesamtsieger Éric Perrot und der Norweger Sturla Holm Lægreid, wie der Veranstalter n plus sport am Mittwoch bei der Pressekonferenz mitteilte.

Für Organisator Ralf Niedermeier ist es das beste Männerfeld, das der City-Biathlon seit seiner Premiere 2005 je aufgeboten hat. Die Bilanz gibt ihm recht: Perrot und Lægreid beendeten die vergangene Weltcup-Saison auf den Plätzen eins und zwei und kehrten von den Winterspielen in Antholz mit insgesamt acht Mal Edelmetall zurück. Auch Martin Ponsiluoma (Schweden), Lukas Hofer (Italien), Jakov Fak (Slowenien) sowie die Deutschen Philipp Nawrath und Justus Strelow haben olympische Medaillen gewonnen. Verzichten müssen die Fans auf Quentin Fillon Maillet: Der Zweitplatzierte des Vorjahres wird Ende August Vater und zog seine Zusage deshalb zurück.

Mehr aus dieser Kategorie

City-Biathlon Dresden 2026: Starterfeld der Frauen mit Lisa Vittozzi

Bei den Frauen ragt die Italienerin Lisa Vittozzi heraus, in Antholz Olympiasiegerin in der Verfolgung. Deutschland schickt Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz ins Rennen, dazu kommen unter anderem die tschechische Olympia-Dritte Tereza Vobornikova und Titelverteidigerin Lotte Lie aus Belgien. Die Topläuferinnen aus Frankreich und Norwegen absolvieren nach Angaben Niedermeiers Ende August allerdings ein Höhentrainingslager – er verhandle dennoch weiter mit beiden Verbänden.

Für Lokalmatador Justus Strelow wird es erneut ein Heimspiel: Der Schmiedeberger kämpfte 2025 bis zur Ziellinie mit Perrot um den Sieg. Der Zuspruch des Publikums dürfte ihm sicher sein - vierzig Prozent der Eintrittskarten haben laut Niedermeier bereits jetzt einen Käufer gefunden.

Neue Strecke und Strafrunde am Heinz-Steyer-Stadion

Auf dem 2,3 Kilometer langen Rundkurs wird in diesem Jahr in umgekehrter Richtung gelaufen: Die Athleten starten nun am Elbufer entlang in Richtung Theaterplatz und kehren über Devrientstraße und Ostra-Ufer ins Heinz-Steyer-Stadion zurück. Der breitere Rückweg biete mehr Raum für Überholmanöver, begründete Niedermeier den Umbau. Auch bei Fehlschüssen ändert sich etwas: Statt in der Penalty-Box Strafzeit abzuwarten, drehen die Athleten künftig eine 70 Meter kurze Extrarunde. „Die Penaltybox war im vergangenen Jahr einfach zu voll", sagte Niedermeier.

Der Andrang spricht für das Format: Bei den ersten beiden Auflagen waren die Tribünen im Stadion, wo Start, Ziel und Schießstand liegen, restlos gefüllt – 10.000 Besucher zählte der Veranstalter 2025. Das ZDF zeigt 75 Live-Minuten, über eine Ausstrahlung im Ausland werde derzeit verhandelt.

Finanzierung ab 2027: Stadtrat entscheidet Ende Juni

So gesichert die dritte Auflage ist, so unklar bleibt die Zukunft. Rund 700.000 Euro kostet das Event pro Jahr, 357.000 Euro davon soll die Stadt als Zuschuss tragen. In Sport- und Finanzausschuss fand das Geld für 2027 und 2028 bereits eine Mehrheit, das Stadtratsplenum vertagte sein Votum dagegen schon zwei Mal. Anlauf Nummer drei ist für die Sitzungen am 24. und 25. Juni geplant. Aus einzelnen Fraktionen gebe es noch berechtigte Fragen, die man derzeit in Gesprächen kläre, erklärte Sportbürgermeister Jan Donhauser. Die Live-Bilder seien Werbung für den Tourismus und zugleich ein Schaufenster für Dresden als Sportstadt, warb er für den Zuschuss.

Niedermeier denkt bereits weiter: Er rechne damit, dass der Biathlon-Weltcup mittelfristig auch Stationen abseits des Schnees umfasse – eine Entwicklung, bei der sich Dresden in Position bringen wolle.

Rahmenprogramm: Para-Biathlon, Nachwuchsrennen und DKMS-Aktion

Abseits der Hauptrennen stehen erneut der Para-Biathlon mit sehbehinderten und körperlich beeinträchtigten Athleten, die Youngster Team Challenge für U21-Talente aus mehreren Bundesländern und Nachbarstaaten, die Sachsenmeisterschaft am Samstagnachmittag sowie die Athletenpräsentation auf dem Neumarkt im Programm. Rund 600 Dresdner Schüler nehmen an den Schulsporttagen teil. Erstmals wirbt zudem die DKMS als Charity-Partner vor Ort um neue Stammzellspender.

Tickets gibt es unter www.city-biathlon.com; Bus und Bahn in der Tarifzone Dresden sind im Preis inbegriffen. An der Strecke und im Biathlon-Dorf vor dem Stadion ist der Eintritt frei.

Cornelius de Haas
Artikel von

Cornelius de Haas

Cornelius de Haas ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.