Messerangriff am St.-Benno-Gymnasium: Staatsanwaltschaft will Beschuldigten in die Psychiatrie bringen
Dresden. Nach einem Polizeieinsatz am St.-Benno-Gymnasium ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei gegen einen 42-jährigen Deutschen. Die Vorwürfe lauten auf Bedrohung, tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung.
Der Mann soll sich am Mittwoch gegen 13.20 Uhr zu der Schule begeben haben. An der Straße soll er zunächst einer Passantin ein Messer unter das Kinn gehalten haben. Anschließend soll er auf eine Gruppe von fünf Schülern vor dem Gebäude zugegangen sein und sie mit dem Messer bedroht haben.
Als die Schüler ins Gebäude flüchteten, soll der Mann ihnen gefolgt sein und dort einen Lehrer mit dem Messer bedroht haben. Die Polizei nahm ihn fest. Im Gewahrsam soll er einem Beamten einen Kopfstoß gegen die Stirn versetzt und ihn verletzt haben.
Schüler: Alarmkette hat funktioniert
Nach Schilderungen von Schülern griffen die Schutzmechanismen der Schule schnell. Über Durchsagen sei vor der Gefahr gewarnt worden, Türen und Jalousien wurden verschlossen. Belastend sei die Situation für die Betroffenen dennoch gewesen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es Anhaltspunkte, dass der Beschuldigte psychisch schwer erkrankt ist und bei der Tat zumindest vermindert schuldfähig gewesen sein könnte. Die Staatsanwaltschaft hat beim Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Dresden beantragt, ihn einstweilen in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Noch am selben Tag sollte er dem Richter vorgeführt werden.
Bereits zuvor in der Psychiatrie untergebracht
Der Mann ist vorbestraft. In einem früheren Verfahren war bereits seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet worden. Diese setzte die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Görlitz in Bautzen Ende 2023 zur Bewährung aus. Die Bewährungszeit läuft noch, zudem steht der Mann unter Führungsaufsicht.
Die Ermittlungen dauern an. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.