Dresden. Wer morgen Nachmittag mit dem Auto durch die Chemnitzer Straße will, sollte einen anderen Weg einplanen. Extinction Rebellion Dresden blockiert ab 16 Uhr die Kreuzung Budapester/Nürnberger Straße nahe dem Heizkraftwerk Nossener Brücke - und hat sich dafür einen Adressaten ausgesucht, der tatsächlich etwas zu antworten hat.
Der Vorwurf: Fehlende Klimaneutralität
Der Vorwurf der Gruppe: SachsenEnergie, Dresdens größter CO₂-Emittent, lege kein prüfbares Dekarbonisierungskonzept vor. Was durchgesickert sei, hänge zu 70 Prozent an Wasserstoff, Geothermie und Müllverbrennung - Technologien, die laut Extinction Rebellion entweder nicht verfügbar oder nicht klimaneutral seien. Kein Plan, so die Aktivisten, sondern Hinhalten.
Nun kann man über Straßenblockaden - wie zuletzt im Januar - denken, was man will. Was in diesem Fall auffällt: SachsenEnergies Pressestelle hat nicht auf Durchzug gestellt. Sie hat den Blockadeaufruf zum Anlass genommen, sachlich und ohne Verteidigungsreflex zu antworten - mit konkreten Zahlen, benannten Projekten und dem offenen Eingeständnis, welche Bedingungen das Unternehmen selbst nicht erfüllen kann. Das ist in der Unternehmenskommunikation keine Selbstverständlichkeit, und es verdient Erwähnung.