Keine Fusion mit der VHS: Dresden stellt sich gegen CDU-Pläne
Dresden. Die JugendKunstSchule bleibt vorerst eigenständig. Die Stadtverwaltung will die Einrichtung nicht in die Volkshochschule Dresden e.V. eingliedern, obwohl der Stadtrat genau diese Prüfung in Auftrag gegeben hatte. Die Prüfung sei am 31. Juli abgeschlossen worden, eine Überführung werde nicht befürwortet, teilte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) in seiner Antwort auf eine Anfrage der CDU-Fraktion mit.
Als Gründe nannte der federführende Geschäftsbereich Kultur die unterschiedlichen Trägerstrukturen beider Häuser und wirtschaftliche Erwägungen. Ganz vom Tisch ist die Idee damit nicht. Angesichts der Haushalts- und Personalkonsolidierung lasse er prüfen, ob der Prüfauftrag in eine externe Begutachtung einfließen solle, schrieb Hilbert. Die ausführliche Informationsvorlage mit allen Ergebnissen durchlaufe noch die verwaltungsinterne Abstimmung und solle anschließend dem Stadtrat vorgelegt werden.
CDU hält an der Zusammenführung fest
Die CDU-Fraktion nimmt die Absage nicht hin. Der kulturpolitische Sprecher der Fraktion, Mario Schmidt, warf Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) vor, sie habe den Ernst der Lage nicht begriffen. Dass Klepsch zugleich Kürzungspläne des Freistaats bei den Jugendkunstschulen kritisiere, sei „realitätsfern und nicht nachzuvollziehen". Eine Überführung sei der richtige Weg, um die Angebote über Synergieeffekte langfristig zu sichern. „Wir brauchen nicht immer mehr Personal in Verwaltungsstrukturen, sondern Optimierungen im Einsatz von Ressourcen", erklärte Schmidt. Die Fusion könne zudem den noch offenen Rechtsformvergleich für die Volkshochschule voranbringen.
Schmidts Rechnung hat eine Schwachstelle. Dass das Festhalten an getrennten Strukturen Synergien verhindere, deckt sich nicht mit der Antwort der Stadt. JugendKunstSchule und Volkshochschule hätten für das laufende Jahr bereits eine Kooperation vertraglich vereinbart, heißt es darin. Künftig sollen sie an gemeinsamen Standorten enger zusammenarbeiten und gemeinsame Projekte sowie Bildungsangebote auflegen. Ob eine vollständige Fusion darüber hinaus Personal und Geld spart, wie Schmidt annimmt, ist bislang nicht belegt. Die Informationsvorlage mit den Prüfergebnissen ist nicht öffentlich, über die Haushaltsfolgen will die Verwaltung erst während der Beratungen zum Doppelhaushalt 2027/2028 in den Fachausschüssen berichten.
Auslöser war ein abgelehntes Schulkonzept
Hinter dem Streit steht eine Entscheidung vom 18. September 2025. Damals lehnte der Stadtrat das vorgelegte Schulkonzept für die JugendKunstSchule mehrheitlich ab und beauftragte die Verwaltung auf Antrag der CDU, eine Überführung in die Volkshochschule zum 1. Januar 2027 zu prüfen. Klepsch selbst hatte erst am 1. Oktober vor den Folgen der geplanten Landeskürzungen für die JugendKunstSchule gewarnt.