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HTW Dresden baut das Chemie-Labor der Zukunft

Zwei Forscher in Laborzeugen und Schutzbrillen arbeiten in einem abgedunkelten Raum. Der linke hält einen Kolben mit neongrün leuchtender Flüssigkeit. Der rechte zielt mit einer UV-Taschenlampe auf ein gläsernes Reaktorsystem mit grünen Schläuchen.
Dr. Stefan Buss und Dr. Radik Mametov testen an der HTW Dresden einen LED-Photoreaktor. Das vom FCI geförderte Projekt „AI PhotoReact“ soll Reaktionen mithilfe künstlicher Intelligenz komplett selbstständig optimieren. Foto: HTW Dresden/Peter Sebb
Von: Cornelius de Haas
An der HTW Dresden entsteht ein Chemielabor, in dem sich Experimente selbst verbessern, während sie laufen. Den Takt gibt keine Fachkraft vor, sondern eine KI, die in Echtzeit mitmisst und nachjustiert.

Dresden. In der Organischen Chemie der HTW Dresden entsteht ein Labor, das den Studienalltag auf den Kopf stellt: Hier läuft ein Experiment nicht einfach ab - es optimiert sich selbst, Sekunde für Sekunde. Möglich macht das eine bundesweite Förderung des Fonds der Chemischen Industrie (FCI), mit der Professor Stefan Schramm sein Projekt „AI PhotoReact" aufbaut.

Wie die KI im Labor der HTW Dresden Reaktionen steuert

Das Herzstück ist eine Anlage, in der chemische Reaktionen unter Lichteinwirkung ablaufen – Prozesse, wie sie auch bei der Herstellung von Medikamenten eine Schlüsselrolle spielen. Ein NMR-Spektrometer schaut der Reaktion dabei permanent über die Schulter und zeigt in Echtzeit, welche Stoffe gerade im Reaktor entstehen.

Diese Daten wertet eine Künstliche Intelligenz aus. Sie erkennt, welche Einstellungen die besten Ergebnisse liefern, und dreht selbstständig an den entscheidenden Stellschrauben: Lichtstärke, Stoffmenge, Reaktionstempo. So verbessert sich der Prozess Schritt für Schritt – ganz ohne Eingriff von außen. Fachleute sprechen von einem selbstoptimierenden Reaktor.

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Die Idee brachte Schramm aus der Industrie mit. Der Aufbau geht auf ein vergleichbares System bei BASF zurück, an dem er früher selbst mitwirkte. Für die Studierenden heißt das: Sie lernen mit denselben Werkzeugen, die in der chemischen Industrie längst zum Alltag gehören - bis hin zur Open-Source-Software BoFire, die auch bei BASF im Einsatz ist.

Was von der FCI-Förderung dauerhaft bleibt

Der Gewinn überdauert das Projekt. Das angeschaffte Tisch-NMR-Spektrometer bleibt fest im regulären Praktikum und erweitert die Möglichkeiten im Studiengang Chemieingenieurwesen erheblich. „Die Studierenden erwerben Kompetenzen, die auf dem Arbeitsmarkt zunehmend gefragt sind", so Schramm.

Die HTW Dresden ist damit Teil eines bundesweiten FCI-Programms: 19 Universitäten und vier Hochschulen erhalten zusammen knapp 1,6 Millionen Euro, um Data Science dauerhaft im Chemiestudium zu verankern.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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