Dresden. In der Organischen Chemie der HTW Dresden entsteht ein Labor, das den Studienalltag auf den Kopf stellt: Hier läuft ein Experiment nicht einfach ab - es optimiert sich selbst, Sekunde für Sekunde. Möglich macht das eine bundesweite Förderung des Fonds der Chemischen Industrie (FCI), mit der Professor Stefan Schramm sein Projekt „AI PhotoReact" aufbaut.
Wie die KI im Labor der HTW Dresden Reaktionen steuert
Das Herzstück ist eine Anlage, in der chemische Reaktionen unter Lichteinwirkung ablaufen – Prozesse, wie sie auch bei der Herstellung von Medikamenten eine Schlüsselrolle spielen. Ein NMR-Spektrometer schaut der Reaktion dabei permanent über die Schulter und zeigt in Echtzeit, welche Stoffe gerade im Reaktor entstehen.
Diese Daten wertet eine Künstliche Intelligenz aus. Sie erkennt, welche Einstellungen die besten Ergebnisse liefern, und dreht selbstständig an den entscheidenden Stellschrauben: Lichtstärke, Stoffmenge, Reaktionstempo. So verbessert sich der Prozess Schritt für Schritt – ganz ohne Eingriff von außen. Fachleute sprechen von einem selbstoptimierenden Reaktor.