Er schuf Dresdens Semperoper-Masken: Makolies feiert Werkschau
Dresden. Seine Spuren sind über die ganze Stadt verteilt: die großen Sandsteinmasken am Funktionsbau der Semperoper, die „Böttgerstele“ auf der Brühlschen Terrasse. Seit rund 70 Jahren prägt der Bildhauer Peter Makolies den Dresdner Stadtraum.
Von Samstag, 7. November, an widmet ihm die Städtische Galerie Dresden eine große Retrospektive - mit einer Überraschung: Neben den Skulpturen zeigt sie erstmals auch Gemälde und Zeichnungen, eine Seite seines Schaffens, die der Öffentlichkeit bisher verborgen blieb.
60 Werke aus sieben Jahrzehnten
Die Ausstellung spannt den Bogen über das Werk von 1957 bis 2026. Gezeigt werden 60 Arbeiten: 25 Skulpturen, 26 Zeichnungen und 9 Gemälde. Die meisten stammen aus dem Besitz des Künstlers, dazu kommen Leihgaben privater Sammler sowie aus dem Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle.
Bevorzugtes Material des Bildhauers ist der Stein - dem harten Werkstoff entlocke er, so die Galerie, weiche, zarte und sinnliche Wirkungen. Zuweilen klingen in seinen Köpfen und Halbfiguren Überlieferungen der Sumerer und des alten Ägypten an, was ihnen einen archaischen Ausdruck verleiht.
Vom Ostpreußen zum Dresdner Bildhauer
Makolies wurde 1936 in Königsberg geboren und verbrachte seine Kindheit im thüringischen Wölfis. 1964 legte er die Meisterprüfung als Steinbildhauer ab und arbeitete neben seiner freiberuflichen Tätigkeit für die Denkmalpflege. 1984 nahm er an der DDR-Präsentation auf der Biennale in Venedig teil und reiste danach in die Marmorsteinbrüche von Carrara, die er später mehrfach wiederbesuchte.

Ein wichtiger früher Weggefährte war Jürgen Böttcher, genannt Strawalde: Mit ihm sowie mit Peter Kaiser, Peter Herrmann und Ralf Winkler - später als A. R. Penck bekannt - besuchte Makolies einen Zeichenkurs an der Volkshochschule.
Begleitprogramm und Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, reich bebilderter Katalog, herausgegeben von Bernd Heise und Gisbert Porstmann, der erstmals auch eine ausführliche Biografie des Künstlers enthält (Museumsausgabe 29 Euro). Gefördert wurden Ausstellung und Katalog von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Das Begleitprogramm reicht von öffentlichen Rundgängen über Speckstein-Workshops für Kinder und Erwachsene bis zu einer Tanzperformance zu Makolies’ Werken.
Einen besonderen Termin gibt es gleich zum Auftakt: Am Donnerstag, 12. November, läuft um 18 Uhr der Film „Drei von vielen“ (1961/1988) über Jürgen Böttchers Künstlerfreunde - darunter Makolies - zu deren Anfängen. Im Anschluss sprechen Böttcher, der an diesem Tag seinen 95. Geburtstag feiert, und Peter Makolies mit Matthias Flügge. Ab Januar 2027 ziehen zudem Texte von Schülern der 145. Oberschule und des Evangelischen Kreuzgymnasiums als „junge Perspektiven“ in die Schau ein.
Termine und Eintritt
Die Retrospektive läuft vom 7. November 2026 bis zum 25. April 2027 in der Städtischen Galerie Dresden, geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr (montags geschlossen). Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro; freitags ab 12 Uhr sowie für Kinder unter sieben Jahren ist er frei. Alle Informationen unter www.galerie-dresden.de.