Ende des Rechtsstreits: Dresdens Kult-Freibad vor ungewisser Zukunft
Dresden. Der Panoramablick über die Stadt ist geblieben, das Baden nicht. Das Luftbad Dölzschen, das FKK-Freibad hoch über dem Elbtal, bleibt geschlossen, und nun endet auch der juristische Kampf darum. Die städtische Dresdner Bäder GmbH zieht ihren Widerspruch gegen das Nutzungsverbot für das Becken zurück, wie sie am Dienstag mitteilte. Vor Gericht will sie nicht weiterstreiten, dafür umso mehr um die Zukunft des Bades.
Das Bad darf seit 2024 nur noch mit Ausnahmegenehmigungen des Gesundheitsamts öffnen, weil seine Wasseraufbereitung nicht mehr den Hygieneanforderungen genügt. In diesem Jahr untersagte die Behörde die Nutzung des Beckens ganz. Dagegen hatte die Bäder GmbH Widerspruch eingelegt und zunächst sogar mit einer Klage gedroht. Diesen Weg gibt sie nun auf, der Aufwand stehe in keinem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Nutzen, heißt es.
Donhauser: Engagement bleibt
Erster Bürgermeister Jan Donhauser (CDU), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Bäder GmbH, stimmte die Rücknahme mit Geschäftsführerin Annette Scheibe-Zokov ab. „Wir ziehen den sehr gut begründeten Widerspruch zurück, nicht unser Engagement”, erklärte Donhauser. Man wolle die Kräfte nun darauf richten, einen langfristigen Erhalt und eine Wiedereröffnung vorzubereiten. Dass das Gesundheitsamt die Lage anders sehe, bedauere das Unternehmen.
Scheibe-Zokov verwies auf begrenzte Mittel. Ein Rechtsstreit schaffe für sich genommen noch keine dauerhafte Perspektive, erklärte sie, deshalb konzentriere sich das Unternehmen auf die fachlichen, planerischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Dass im Verfahren keine gemeinsame Übergangslösung für den Badebetrieb gelang, bedauere die Bäder GmbH. Sie setze nun auf einen Austausch mit dem Amt für Gesundheit und Prävention.
Sanierung würde Millionen kosten
Für einen dauerhaften Betrieb müsste das Bad saniert werden, mit einem neuen Technikgebäude und einem Edelstahlbecken samt moderner Wasseraufbereitung. Die Kosten liegen bei rund vier Millionen Euro. Etwa 2,5 Millionen will die Stadt tragen, die fehlenden 1,5 Millionen sollten über eine Bundesförderung kommen, die aber mehrfach ausblieb. Das Luftbad wurde 1870 eröffnet, 1911 zum Freibad umgebaut und wird seit 1986 als FKK-Bad genutzt. Wann es wieder öffnet, ist offen. Zunächst, so die Bäder GmbH, müssten gesundheitliche Anforderungen, Bautechnik und Finanzierung zusammenpassen.