Ein Freizeitzentrum am Waldschlößchen: Dresden bekommt seine erste Padel-Halle
Dresden. Wo bis 2009 Kinobesucher im Dunkeln saßen, wird bald auf Dresdens erstem Indoor-Padel-Court gespielt: Das ehemalige Bofimax-Kino am Waldschlößchen verwandelt sich weiter in ein Sport- und Freizeitzentrum. Seit Anfang 2026 betreibt Franchise-Nehmer Stefan Lasch in drei der ehemals sieben Kinosäle das Fitnessstudio clever fit - auf rund 1.000 Quadratmetern, täglich geöffnet von 5 bis 24 Uhr.
Schon bei der Eröffnung war klar, dass die übrigen Säle folgen sollen. Jetzt ist es so weit: Gemeinsam mit dem Vermieter und mehreren Partnern entsteht in den restlichen vier Sälen ein Freizeitzentrum - mit dem größten Novum für die Stadt, einer Indoor-Padel-Anlage, dazu Indoor-Golf und Rennsimulatoren.
Dresdens erste Indoor-Padel-Anlage
Das Herzstück bringt der Vermieter, die drecasa GmbH, mit: Nach Angaben der Beteiligten ist es die erste Indoor-Padel-Halle Dresdens – die nächsten gibt es erst in Radebeul und Chemnitz. Zwei Felder entstehen in einem der alten Kinosäle, losgehen soll es bereits im November. Gespielt wird komplett personallos: Feld per App buchen, die Tür öffnet sich automatisch, das Licht geht an. In Betrieb ist die Anlage von 5 bis 24 Uhr, Personal vor Ort von 8 bis 21 Uhr, etwa um Schläger zu verleihen.
Zu den Preisen halten sich die Betreiber noch bedeckt: Final festgezurrt sind sie nicht, die Rede ist von einem Grundpreis in der Größenordnung von rund 35 Euro pro Stunde und Feld. Wie beim Golf soll es zu den gefragten Abendstunden zusätzlich einen höheren Hauptzeit-Tarif geben. Dass Dresden bislang keine Indoor-Halle hatte, liegt an den baulichen Hürden: Padel braucht viel Platz und vor allem Deckenhöhe - ein alter Großkinosaal bietet beides.
Die Nachfrage ist offenbar da: Schon seit Monaten werde gefragt, wann es endlich losgehe, heißt es von den Betreibern; man kalkuliere ab dem Start mit einer Auslastung von rund 90 Prozent. Bislang weichen Dresdner Padel-Fans auf Outdoor-Plätze aus und spielen dort auch bei strömendem Regen.
Golf im Kinosaal – Platzreife an einem Tag
In einem weiteren Saal baut Marcus Lindner, Betreiber der „Golfoffensive”, vier Indoor-Golf-Simulatoren auf, dazu einen Trainingsbereich mit wöchentlichen Schnupperkursen für Anfänger. An den Boxen schlägt man mit echten Schlägern und Bällen in eine Leinwand, auf die das Spiel projiziert wird; die Messtechnik sei so präzise, dass auch der Deutsche Golfverband damit arbeite.
Lindners erklärtes Ziel ist, den Sport niedrigschwelliger zu machen - bis hin zur Platzreife an einem einzigen Tag. Gebucht wird wie beim Padel per Code, ab 29 Euro für bis zu vier Personen, zur Hauptzeit ab 16 Uhr für 49 Euro.
Rennsimulatoren vom Profi
Den dritten Baustein steuert Rennfahrer Jonas Greif bei. Der gebürtige Dresdner fährt in dieser Saison im Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland und startet zusätzlich im Porsche Mobil 1 Supercup, der im Rahmenprogramm der Formel 1 ausgetragen wird. Profis bereiteten sich heute zu rund 80 Prozent virtuell vor, sagt er - an laser-gescannten Strecken und originalgetreuen Fahrzeugen.
Zwei seiner Simulatoren stellt er im Foyer-Bereich auf. Eine Stunde kostet 50 Euro, eine halbstündige Testfahrt 30 Euro; wer möchte, kann auch eine Trainingseinheit mit Greif selbst buchen. Die Einnahmen kämen vollständig dem Rennfahrer zugute, betont das Fitnessstudio - man selbst verdiene daran nichts, sondern biete lediglich den Raum.
Vom Lichtspielhaus zum Sportzentrum
Das 1997 eröffnete Kino bot einst sieben Säle und 1.846 Plätze, ehe es ab 2009 größtenteils leer stand. Mit dem Fitnessstudio begann Anfang 2026 die Wiederbelebung; mehr als eine Million Euro flossen in den Umbau, Herzstück ist eine in Dresden einzigartige HYROX-Trainingsarena. Schon damals standen Indoor-Padel und andere Freizeitideen als mögliche Nutzung der leeren Säle im Raum - mit Golf und Rennsimulatoren fällt die Erweiterung nun sogar größer aus als zunächst gedacht.
Abgerundet wird das Ganze durch einen zusätzlichen Gerätetrainings-Saal, neue Duschen und Umkleiden sowie Freizeitangebote im Foyer. Bis auf die Padel-Felder soll die Anlage barrierefrei nutzbar sein.
Die Preise im Überblick
Padel (Start im November)
- finale Preise noch nicht festgelegt
- angepeilt ist ein Grundpreis um 35 Euro pro Stunde und Feld (bei vier Spielern rund 9 Euro pro Person)
- zusätzlich ein höherer Tarif zur Hauptzeit (Peaktime) geplant
- buchbar 5 bis 24 Uhr, Personal vor Ort 8 bis 21 Uhr
Indoor-Golf (offizieller Start am 1. Dezember)
- ab 29 Euro pro Stunde (für bis zu vier Personen)
- Hauptzeit ab 16 Uhr: ab 49 Euro pro Stunde
- dazu: Trainerstunde mit dem Betreiber (Aufpreis), wöchentliche Schnupperkurse, Platzreife an einem Tag
Rennsimulator
- 50 Euro für 60 Minuten
- 30 Euro für eine halbstündige Testfahrt
- Trainingseinheit mit Profi Jonas Greif gegen Aufpreis