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Durchgängig Tempo 30: Dresden zieht Notbremse auf wichtiger Ausweichroute

Drei Männer tragen gemeinsam eine gelb-rote Baustellenbarke von einer frisch markierten Zebrastreifen-Insel auf der Straße. V.l.n.r.: Stefan Kraft, Stephan Kühn und Ralf Langer in Warnweste vor herbstlicher Kulisse am Heinrich-Schütz-Konservatorium.
Sicher über die Glacisstraße: Stefan Kraft (Vorsitzender Kreiselternrat), Stephan Kühn (Baubürgermeister) und Ralf Langer (Sachgebietsleiter Nahmobilität) (v.l.n.r.) geben den neuen Zebrastreifen am Heinrich-Schütz-Konservatorium offiziell frei. Foto: CdH
Zebrastreifen früher fertig als geplant: Welche Neuerungen die Glacisstraße für Autofahrer bringt und welche Dresdner Straßen als Nächstes folgen.

Dresden. Am Freitag haben Vertreter der Stadtverwaltung und des Kreiselternrates den Fußgängerüberweg vor dem Heinrich-Schütz-Konservatorium offiziell freigegeben. In den vergangenen vier Wochen baute die Firma P+S Pflaster- und Straßenbau GmbH die Fahrbahn um. Auf der Ostseite verhindern nun fünf neue Fahrradanlehnbügel, dass parkende Autos die Sicht auf querende Kinder verdecken. Blindenleitsysteme im Pflaster sowie zwei zusätzliche Straßenleuchten ergänzen die rund 40.000 Euro teure Anlage.

Durch den Zusammensturz der Carolabrücke im September hat sich die Verkehrslage in der Neustadt drastisch verschärft. „Durch die fehlende Carolabrücke findet hier eben deutlich mehr Verkehr auf der Glacisstraße im Zulauf zur Albertbrücke statt“, sagte Baubürgermeister Stephan Kühn vor Ort. In der städtischen Fußverkehrsstrategie stand der Standort ursprünglich auf Priorität 2. Wegen des gestiegenen Ausweichverkehrs zog das Straßen- und Tiefbauamt die Umsetzung vor.

Rehefelder Straße und Spitzwegstraße folgen bis Jahresende

Neben der neuen Markierung senkt die Stadt das Tempo auf dem gesamten Straßenzug. Bislang galt Tempo 30 nur abschnittsweise vor der Schule während der Unterrichtszeiten. Bis Ende November stellt der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienstleistungen Schilder für ein durchgängiges, zeitlich unbeschränktes Tempolimit von 30 km/h auf. Kühn betonte: „Das wird auch nochmal die Konflikte mit dem Radverkehr reduzieren.“

Dass die Arbeiten trotz der überschaubaren Fläche knapp vier Wochen dauerten, lag vor allem an den technischen Vorgaben. Ralf Langer, Sachgebietsleiter Nahmobilität im Straßen- und Tiefbauamt, erläuterte den Aufwand: „Die Bauzeit dominiert sich quasi auch durch den Kabeltiefbau. Wir mussten quasi in die Grünfläche, mussten dort Kabelgräben herstellen, die Leuchten aufstellen und dann natürlich die ganze Mittelinsel umbauen.“ Die vorherige Insel war mit zwei Metern zu schmal und wurde auf das Regelmaß von vier Metern verbreitert. Dennoch wurde die Baustelle eine Woche früher als geplant fertig.

Elternrat fordert weitere Mittel für Schulwegsicherheit

Stefan Kraft, Vorsitzender des Kreiselternrates Dresden, begrüßte die Fertigstellung an dem viel frequentierten Bildungsstandort. „Es muss möglich sein, dass Grundschülerinnen und Grundschüler, die halt noch nicht so aufmerksam sind wie 14-, 15-, 16-jährige Jugendliche, sicher von A nach B kommen“, sagte Kraft. Er appellierte an die Politik, das Budget für Schulwegsicherungen im kommenden Stadthaushalt nicht zu kürzen.

Der Zebrastreifen an der Glacisstraße gehört zu einer Serie von sieben Überwegen, die die Stadt im Jahr 2026 fertigstellt. Bereits übergeben wurde zum Beispiel der Zebrastreifen auf dem Dammweg. Derzeit laufen Arbeiten an der Rehefelder Straße/Robert-Matzke-Straße, die Ende November enden. Vom 23. November bis 11. Dezember folgt eine Überquerung an der Spitzwegstraße/Robert-Sterl-Straße. Für das Jahr 2027 plant die Stadtverwaltung neun weitere Fußgängerüberwege, unter anderem an der Gertrud-Caspari-Straße, der Holzhofgasse, der Pirnaer Landstraße und an der Bayrischen Straße am Hauptbahnhof.