Dresden: Was ein einziger Konzertabend in der Frauenkirche bewirken kann
Dresden. Es war ein Abend, der nicht mit dem letzten Ton verklang. Am 12. Mai 2026 stand Geigerin Anne-Sophie Mutter in der Frauenkirche Dresden auf der Bühne - an ihrer Seite die Cellistin Sakura Toba und die Pianistin Lauma Skride. Drei gefragte Musikerinnen, die an diesem Abend eines gemeinsam hatten: Keine von ihnen nahm einen Cent Honorar. Ihr Spiel schenkten sie ganz dem guten Zweck.
Das Publikum dankte es ihnen. Mehr als 1.400 verkaufte Karten füllten den Kirchenraum - und die Spendenkasse. Am Ende stand eine Summe, die sich sehen lassen kann: 46.350,95 Euro. Diesen Erlös hat die Stiftung Frauenkirche Dresden nun an die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen übergeben.
Wohin die Spende aus Dresden fließt
Das Geld bleibt nicht in der Region, sondern reist um die halbe Welt. Ärzte ohne Grenzen versorgt Menschen in Kriegs- und Krisengebieten, bei Naturkatastrophen und Epidemien - aktuell in mehr als 70 Ländern. Ein Brennpunkt ist der Sudan, wo der bewaffnete Konflikt fast 14 Millionen Menschen in die Flucht getrieben hat. Genau dort stärkt die Dresdner Spende die unabhängige medizinische Nothilfe.
Für die Musikerin ist der Erlös mehr als eine Zahl. Wenn aus einem Konzert konkrete Hilfe erwachse, so Anne-Sophie Mutter, sei das ein besonders kostbares Ergebnis - und sie sieht darin die Verantwortung, die ihre Kunst mit sich bringt. Maria Noth, Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche Dresden, beschreibt die Kirche als einen Ort, an dem Glaube, Kultur und Verantwortung zusammenfinden. Mit dem Konzert habe man ein starkes Zeichen der Solidarität gesetzt, das nun konkret wirke.
Auch bei Ärzte ohne Grenzen ist die Freude groß. Dr. Jenny Dörnemann, Vorständin der deutschen Sektion, dankte Mutter, der Stiftung und allen Mitwirkenden für ein außergewöhnliches Engagement. Für die Frauenkirche schließt sich damit ein vertrauter Kreis: Als Bürgerkirche lebt sie vom Mitwirken vieler - und verbindet Kultur seit jeher mit gesellschaftlicher Verantwortung.