Dresden. Wer am Montagmorgen über den Neustädter Markt ging, blieb wohl kurz stehen. Unter dem Goldenen Reiter, dem vergoldeten Wahrzeichen der Stadt, hatte Dresden Kerzenleuchter, eine geöffnete Schatulle und allerlei Tafelsilber auf einem Tisch aufgebaut, als gelte es, den letzten Hausrat zu Geld zu machen. Daneben hing ein gelbes Banner mit einer für eine Landeshauptstadt ungewöhnlichen Botschaft: „Zu verkaufen. Letzter Ritt?". Mit dieser Inszenierung beteiligt sich Dresden am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit". Der Anlass ist weniger heiter als das Schauspiel: Für 2026 erwartet die Stadt ein Minus von rund 78 Millionen Euro.
Augenzwinkern und Ernst liegen hier dicht beieinander. Die meisten Ausgaben, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert, könne die Stadt gar nicht beeinflussen; kaum noch lasse sich finanzieren, was eine Stadt lebenswert mache. Seinen Punkt bringt er mit einem Bild auf den Begriff: „Das Tafelsilber ist schon weg, jetzt müsste das Tafelgold drankommen." Gemeint ist der Reiter selbst.