Dresden findet keinen Ersatz: Lkw parken wieder entlang der Stauffenbergallee
Dresden. Vier Jahre. Dreizehn geprüfte Standorte. Zehn Bauausschuss-Sitzungen. Das Ergebnis: Ab Mittwoch parken die Lkw wieder da, wo sie immer geparkt haben.
Ab Mittwoch ist der Interimsparkplatz für den Dresdner Zollhof geschlossen. Die Fläche am Hammerweg 25, die seit November 2024 als Warteplatz für Lastwagen vor der Zollabfertigung diente, wird nicht länger zur Verfügung stehen. Damit kehrt eine Situation zurück, die Anwohner in der Albertstadt jahrelang belastet hat: Dutzende Lkw stauen sich wieder entlang der Stauffenbergallee und in den angrenzenden Wohnstraßen.
Die Stadt begründet die Schließung damit, dass die SachsenEnergie das Gelände ab Anfang Mai für Leitungsbauarbeiten am Fernwärmenetz benötigt — und zwar bis in die 2030er Jahre. Trotz monatelanger Suche konnten laut Stadtverwaltung keine alternativen Flächen für einen Ersatzparkplatz gefunden werden.
Damit ist auch das seit 2022 verfolgte Ziel, den Zollhof an die Washingtonstraße in Kaditz/Mickten zu verlegen, endgültig gescheitert. Die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hatte das Verfahren bereits im Februar 2026 aufgegeben, nachdem 13 mögliche Standorte geprüft und alle verworfen worden waren.
Parkmöglichkeiten für wartende Lkw stehen ab Mittwoch nur noch stadteinwärts entlang der Stauffenbergallee in begrenztem Umfang zur Verfügung. Im gesamten Verlauf der Straßen „Zum Reiterberg", „Hellerschanze" und „Hartmut-Dost-Straße" gilt Halte- und Parkverbot. Polizei und Gemeindlicher Vollzugsdienst sollen die Umstellung in den ersten Tagen begleiten. Mehrsprachige Beschilderung soll Lkw-Fahrern die Orientierung erleichtern.
Das Hauptzollamt Dresden hat nach eigenen Angaben Speditionen bereits vorab informiert. Betrieben, deren Fracht keinen wirtschaftlichen Bezug zu Sachsen hat, empfiehlt das Zollamt, andere Abfertigungsstellen bundesweit oder EU-weit zu nutzen.
Ob eine politische Lösung noch rechtzeitig kommt, ist fraglich. Am 29. April stimmt der Dresdner Stadtrat über einen interfraktionellen Antrag von CDU, SPD und Team Zastrow ab, der eine temporäre Lösung westlich der Stauffenbergallee vorsieht. Die Stadtverwaltung hat allerdings erhebliche rechtliche und planerische Bedenken angemeldet — unter anderem wegen Waldschutzauflagen und unklarer Finanzierung.