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Darum bleibt der Aussichtsturm Hoher Stein in Plauen geschlossen

Der Aussichtsturm Hoher Stein in Dresden-Plauen auf einem Felsplateau, umgeben von blühendem lila Flieder und grünen Bäumen unter strahlend blauem Himmel.
Kein Zutritt trotz Frühlingsidyll: Der Aussichtsturm am Hohen Stein in Dresden-Plauen muss nach massiver Sabotage an der Elektrik bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Foto: Landeshauptstadt Dresden/Cornelia Borkert
Von: Dresden News

Der beliebte Aussichtsturm am Hohen Stein in Dresden-Plauen ist ab sofort für den Besucherverkehr geschlossen. Massive Zerstörungen an der Elektrik machen den Aufenthalt auf dem Gelände derzeit zu gefährlich. Ein Termin für die Wiedereröffnung steht aufgrund fehlender Gelder noch nicht fest.

Elektroanlage großflächig zerstört

Die Stadtverwaltung sah sich gezwungen, den Zugang zum Aussichtspunkt am Rande des Plauenschen Grundes mit sofortiger Wirkung zu riegeln. Unbekannte Täter haben die technische Infrastruktur des Bauwerks schwer beschädigt. Betroffen sind vor allem die Anlagen, die für die Ausleuchtung und den sicheren Betrieb des Turms notwendig sind.

Dr. Sascha Döll, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, verdeutlichte das Ausmaß der mutwilligen Zerstörung: „Am Turm wurden alle Lichtschalter sowie die Elektroverteilung massiv beschädigt, so dass Kabel freiliegen und die Beleuchtung nicht funktioniert. Die Sicherheit für Besucherinnen und Besucher ist daher nicht mehr gewährleistet.“ Besonders die offenliegenden Stromleitungen stellen in dem öffentlich zugänglichen Bereich ein erhebliches Risiko dar.

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Reparatur scheitert an fehlenden Mitteln

Trotz der Bedeutung des Turms für den lokalen Tourismus und die Naherholung ist eine schnelle Instandsetzung derzeit nicht absehbar. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass eine Beseitigung der Schäden wegen fehlender finanzieller Mittel im Moment nicht möglich ist. Der Haushalt des zuständigen Amtes sieht für derart unvorhergesehene, umfangreiche Reparaturen derzeit keine Spielräume vor.

Wann Wanderer und Anwohner den Blick über den Plauenschen Grund wieder genießen können, bleibt somit völlig unklar. Die Stadtverwaltung versicherte jedoch, die Öffentlichkeit umgehend zu informieren, sobald der sichere Zugang zum Turm wiederhergestellt werden kann. 

Ein Wahrzeichen des Plauenschen Grundes

Der Hohe Stein ist geologisch und historisch bedeutsam: Vor Millionen von Jahren entstand der Fels als Brandungsklippe des damaligen Kreidemeers; fossile Muscheln und Seeigel zeugen davon. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gilt der 190 Meter hohe Fels als geologisches Naturdenkmal von internationaler Bedeutung. Die Bezeichnung „Hoher Stein“ tauchte erstmals 1640 auf. 1862 erwarb Schmiedemeister Friedrich August Frohberg das Grundstück, eröffnete die Wirtschaft „Zum Hohen Stein“ und ließ 1864 den Aussichtsturm errichten. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Turms aus strategischen Gründen verschlossen.

Wegen schlechten Bauzustands und wiederholtem Vandalismus wurde der Eingang später dauerhaft gesichert. Ab 1997 plante das Grünflächenamt eine denkmalgerechte Sanierung; die Arbeiten und die Neugestaltung des Umfelds wurden mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Insgesamt flossen 216.000 Euro in die Maßnahmen; seit dem 19. Dezember 2003 war der Turm wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet gewesen. 

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