Dresden. Der Anfang war eine Bauchlandung - oder besser: eine Wasserlandung. „Einsteigen und gleich kentern, so war das", erinnert sich Anja Souček an ihren ersten Versuch im Kanu. Eigentlich war sie nur als Begleitung dabei, hatte ihre Söhne um 2016 zum Kanu Club Dresden (KCD) gebracht und am Steg zugeschaut. Doch dann packte sie der Ehrgeiz. Ein, zwei Jahre dauerte es, bis sie sich endlich im Erwachsenenboot vom Steg fortbewegen konnte; irgendwann kaufte sie sich ein gebrauchtes Rennboot. Als der Vorstand fragte, ob sie nicht ab und zu auf die Kinder schauen könne, rutschte sie hinein - „weil ich eine Sache entweder richtig mache oder gar nicht".
Heute ist die 51-Jährige aus diesem „ab und zu" nicht mehr wegzudenken. Hauptberuflich ist sie Projektingenieurin in einem kleinen Geotechnik-Büro, untersucht Baugrund, oft für die Deutsche Bahn, und ist dafür schon mal bis Lübeck oder Augsburg unterwegs. Rund 30 Stunden arbeitet sie bezahlt - und das Kanu füllt die Woche bis zur 40-Stunden-Marke. Auf etwa zehn Stunden schätzt sie ihren ehrenamtlichen Aufwand. „Ich schreibe es mir nie auf. Ich mache es eben gern." Ein Vater, dessen Sohn bei ihr trainiert, ist überzeugt, dass diese zehn Stunden noch zu niedrig gegriffen sind: Offiziell daure ein Training zwar zwei Stunden, im Sommer ziehe es sich aber regelmäßig länger - „und dann kommen An- und Abfahrt sowie Vor- und Nachbereitung noch obendrauf".
