Feuer in Dresden: Warum eine geschlossene Tür zum Lebensretter wurde
Dresden. Es ist kurz nach 15 Uhr an diesem Samstagnachmittag, als an der Rathener Straße in Großzschachwitz auf einem Balkon im 13. Obergeschoss Feuer ausbricht. Die Flammen fressen sich schnell in die Wohnung. Der Mieter bringt sich in Sicherheit - und tut im Hinausgehen etwas, das den gesamten Einsatz prägen wird: Er zieht die Wohnungstür hinter sich zu.
Hochhausbrand in Dresden: Warum eine geschlossene Tür entscheidend war
Was banal klingt, ist es keineswegs. Die geschlossene Tür hält den Rauch aus dem Treppenraum – dem einzigen Fluchtweg für die übrigen Bewohner des Hochhauses. Und sie erspart den ersten Einsatzkräften wertvolle Zeit: Sie können ohne Umwege direkt in die Wohnung vorgehen und das Feuer angreifen.
Ein Trupp unter Atemschutz löscht die Flammen, anschließend blasen Lüfter den Qualm aus dem Gebäude. Der Bewohner und ein Nachbar aus einer angrenzenden Wohnung werden vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht. Beide bleiben unverletzt.
Wasserschaden nach dem Feuer erschwert den Einsatz in Großzschachwitz
Ganz ohne Tücken bleibt der Nachmittag dennoch nicht. Die große Hitze beschädigt in der Brandwohnung eine Wasserleitung, unkontrolliert läuft Wasser aus – die Versorgung des ganzen Hauses muss vorübergehend abgestellt werden. Die Feuerwehr saugt das Wasser mit Nasssaugern auf, doch ein Teil dringt in einen Versorgungsschacht. Die umliegenden Wohnungen werden auf Rauch kontrolliert; Qualm findet sich dort keiner.
Die Brandwohnung selbst ist nach den schweren Brand- und Rauchschäden vorerst nicht mehr bewohnbar. Rund 50 Kräfte der Feuer- und Rettungswachen Striesen, Löbtau und Altstadt, der Rettungswache Reick sowie der Stadtteilfeuerwehr Niedersedlitz waren bis 17:45 Uhr im Einsatz. Die Polizei ermittelt nun zur Brandursache.