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Warum Jan Vogler an Dresden festhält - und was in seiner neuen Amtszeit alles anders wird

Jan Vogler und Oberbürgermeister Dirk Hilbert stehen lächelnd hinter einem weißen Stehtisch, reichen sich die Hand und halten jeweils eine schwarze Mappe. Im Hintergrund sind digitale Werbetafeln der Dresdner Musikfestspiele zu sehen.
Kontinuität für die Kultur: Intendant Jan Vogler (l.) und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert besiegeln per Handschlag die Vertragsverlängerung bis 2031 bei den Dresdner Musikfestspielen, die vor einer Fusion mit der Philharmonie stehen. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Seit vier Jahrzehnten hat der Cellist Jan Vogler sein Leben mit Dresden verwoben - jetzt bindet er sich für weitere fünf Jahre an die Stadt. Was ihn erwartet, hat allerdings weniger mit der großen Bühne zu tun als mit einer Fusion, die die Dresdner Kulturlandschaft umkrempeln könnte.

Dresden. Als 2005 die wiederaufgebaute Frauenkirche ihre Türen öffnete, saß Jan Vogler mit dem Cello mitten drin – gemeinsam mit den New Yorker Philharmonikern unter Lorin Maazel. Es war einer jener Momente, in denen Musik und Stadtgeschichte verschmelzen. Der Stadt verbunden ist der 1964 in Ost-Berlin geborene Cellist ohnehin schon seit 1985, ihr Musikfestival leitet er seit 2009.

Diese Verbindung hält – und zwar länger. In seiner Sitzung am 25. Juni 2026 hat der Dresdner Stadtrat Vogler für weitere fünf Jahre als Intendant der Dresdner Musikfestspiele bestätigt. Die neue Amtszeit läuft vom 31. Oktober 2026 bis zum 30. Juni 2031.

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Doch diese fünf Jahre dürften anders werden als alle zuvor. Denn das Projekt, das Voglers kommende Monate prägen wird, spielt sich nicht im Konzertsaal ab, sondern in der Verwaltung: Die Stadt will die Dresdner Musikfestspiele und die Dresdner Philharmonie zu einem gemeinsamen Eigenbetrieb zusammenführen. Vorgesehen ist ein Eigenbetrieb "Dresdner Philharmonie und Musikfestspiele" zum 1. Januar 2027, der Prozesse verschlanken und Synergien nutzen soll.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert warb bei der Bekanntgabe für die engere Partnerschaft und mehr wirtschaftliche Eigenständigkeit beider Häuser. Vogler nannte den Zusammenschluss attraktiv für Dresden - und räumte ein, dass diese Aufgabe die nächsten Monate bestimmen werde. Musikfestspiele

Vom Nischenfestival zur internationalen Marke

Dass die Stadt gerade jetzt auf Kontinuität setzt, kommt nicht von ungefähr. Das 1978 gegründete Festival hat Vogler in anderthalb Jahrzehnten zu einer international beachteten Größe ausgebaut, Drittmittel eingeworben und Formate geschaffen, die weit über Sachsen hinausstrahlen: die vielbeachteten „Wagner Cycles", die Cello-Sause „Cellomania" und das Open-Air-Fest „Dresden singt". Kultur- und Tourismusbürgermeisterin Annekatrin Klepsch sieht in ihm einen „Erfolgsfaktor" dafür, Dresden fest auf der musikalischen Landkarte zu verankern.

Vogler selbst bleibt bei seinem Kurs. Dresden habe sich in den vergangenen Jahren prominent in der internationalen Festivallandschaft etabliert, sagte er – diesen Weg wolle er weitergehen. Sein Dank galt dem Stadtrat, der ihm das Vertrauen für die nächste Etappe ausgesprochen hat.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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