Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Sächsischen Landtag hat der Regierung Defizite bei der Aufarbeitung der Corona-Pandemie vorgeworfen. Sechs Jahre nach Beginn der Pandemie sei die Bilanz der Regierung ernüchternd, erklärte der Abgeordnete Jens Hentschel-Thöricht nach Auswertung einer Kleinen Anfrage im Parlament.
BSW spricht von «politischem Wegducken»
«Während Millionen Menschen massive Einschränkungen ihres Alltags, ihrer beruflichen Existenz und ihrer persönlichen Freiheit erlebt haben, wurde in Sachsen seit 2024 keine einzige Studie zur Wirksamkeit einzelner Corona-Maßnahmen beauftragt. Das ist kein ernsthafter Aufarbeitungswille, sondern politisches Wegducken.»
Unerwähnt ließ Hentschel-Thöricht die Zahl der Corona-Opfer im Freistaat. Laut Statistik kamen seit Beginn der Pandemie im März 2020 in Sachsen knapp 18.000 Menschen durch eine Corona-Infektion ums Leben.
Das Sozialministerium gab in seiner Antwort auf die Anfrage von Hentschel-Thöricht an, dass der Freistaat keine Studien zu einzelnen Corona-Maßnahmen beauftragte. Allerdings habe man eine Vielzahl von Studien in Auftrag gegeben, die sich allgemeiner mit der Corona-Pandemie sowie den Maßnahmen und ihrer Wirksamkeit und Auswirkungen beschäftigten.