Jedes Mal, wenn Sie eine Nachricht verschicken, könnte jemand mitlesen. Quantentechnologie soll Kommunikation praktisch abhörsicher machen. Doch dafür brauchen Forschende ein außergewöhnliches Werkzeug: einzelne Lichtteilchen, die sich gezielt erzeugen und messen lassen. Genau daran arbeitet jetzt ein sächsisches Forschungsteam.
Das Projekt heißt DeLiQuaT und ist jetzt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD) gestartet. Beteiligt sind außerdem das Fraunhofer IIS und das Fraunhofer ENAS sowie die Technischen Universitäten Dresden und Chemnitz. Gemeinsam wollen sie Bauteile entwickeln, die für Quantentechnologien unverzichtbar sind. Diese Technologien nutzen die besonderen Gesetze der Quantenmechanik, also der Physik auf der Ebene kleinster Teilchen, um Informationen abhörsicher zu übertragen oder bestimmte komplexe Berechnungen deutlich schneller als klassische Computer durchzuführen.
Präzision bis ins kleinste Detail
An der HTWD leitet Professor Kay-Uwe Giering von der Professur für Mikrosystemtechnik das Projekt. Zwei wissenschaftliche Mitarbeitende werden die Forschung in den nächsten zwei Jahren vorantreiben. Sie analysieren statistisch die elektrischen Signale von Einzelphotonendetektoren, um deren Fähigkeit zu verbessern, einzelne Photonen zuverlässig zu unterscheiden. Ihre Ergebnisse fließen direkt in die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IIS in Dresden ein.
Das übergeordnete Ziel ist klar: zuverlässige Lichtquellen entwickeln, sie in echte Quantensysteme einbauen und Wissen bereitstellen, das den Weg von der Forschung in die Praxis erleichtert. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Freistaates Sachsen gefördert.