Medikamente, die mit winzigen Partikeln direkt zu kranken Zellen transportiert werden – das klingt nach Zukunftsmusik. Doch die Nanomedizin ist längst Realität. Allerdings gibt es noch offene Fragen. Denn die winzigen Teilchen gelangen über die Blutbahn in den Körper. Was dort genau passiert, haben Forschende nun genauer untersucht.
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Polymerforschung in Dresden haben in einer Studie Seidennanopartikel getestet. Diese Partikel sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht sehen kann. Sie könnten künftig Wirkstoffe gezielt im Körper verteilen. Doch als körperfremde Materialien können sie auch unerwünschte Reaktionen auslösen. Sie können die Blutgerinnung aktivieren oder Entzündungen hervorrufen. Bisher war unklar, wovon diese Reaktionen abhängen – von der Anzahl der Partikel, ihrer Oberfläche oder ihrem Gewicht.
Wichtige Erkenntnisse für sichere Therapien
Die Studie macht deutlich, dass das Design solcher Nanopartikel gut durchdacht sein muss. Es gibt einen Zielkonflikt. Entweder man entwickelt Partikel, die möglichst wenig Immunzellen aktivieren. Oder man legt den Fokus darauf, dass die Signalwege im Blutplasma kaum reagieren. Beides gleichzeitig zu erreichen, ist schwierig.
Die Erkenntnisse helfen dabei, künftige Medikamente sicherer zu machen. Denn nur wenn die Wechselwirkungen mit dem Blut verstanden sind, können Nanopartikel ihr volles Potenzial entfalten – ohne unerwünschte Nebenwirkungen.