Kupfer steckt im Smartphone, im Elektroauto, in der Heizungsanlage. Doch die Minen werden leerer, die Erze ärmer. Viele leicht zugängliche Erzlagerstätten sind bereits erschlossen, und neue Vorkommen enthalten oft geringere Metallkonzentrationen. Woher soll das Metall der Zukunft kommen? Forschende am Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) in Dresden haben darauf eine überraschende Antwort: aus dem Abfall – und mit Hilfe von Bakterien.
Die Idee klingt ungewöhnlich, funktioniert aber. Bestimmte Mikroorganismen können Metalle wie Kupfer, Indium oder Vanadium aus Erzen und Industrieabfällen herauslösen. Diesen Vorgang nennt man Biolaugung. Die Bakterien fressen sich dabei durch sogenannte Metallsulfide, Verbindungen, in denen Metalle chemisch gebunden sind. Das Verfahren gilt als besonders umweltfreundlich, weil es ohne giftige Chemikalien und klimaschädliche Emissionen auskommt und deutlich weniger Energie braucht als herkömmliche Schmelzverfahren.