Künstliche Intelligenz steckt längst in unseren Smartphones, übersetzt Texte und erkennt Gesichter auf Fotos. Doch hinter diesen alltäglichen Anwendungen stecken riesige Rechenmaschinen, die monatelang lernen müssen. An der Technischen Universität Dresden entsteht nun ein solcher Supercomputer. "Deneb" heißt das neue System, das ab Ende 2026 forschen soll.
Das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen der TU Dresden plant die Installation des neuen Rechners. Er soll vor allem die wachsenden Anforderungen der Forschung an maschinelles Lernen erfüllen. Damit stärkt die TU Dresden ihre Rolle als Nationales Zentrum für Hochleistungsrechnen. Die Firma Bull GmbH baut das System auf. Die Kosten liegen bei rund 9,4 Millionen Euro. Das Geld kommt vom Bund, vom Freistaat Sachsen und vom KI-Kompetenzzentrum ScaDS.AI Dresden/Leipzig.
Rechenwärme heizt Dresdner Gebäude
Das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen achtet bei seinen Supercomputern auf Nachhaltigkeit. Deneb wird zu 97 Prozent mit Wasser gekühlt. Die dabei entstehende Wärme geht nicht verloren. Sie heizt Gebäude in der Umgebung und fließt ins Fernwärmenetz. Schon die beiden Vorgängersysteme "Capella" und "Barnard" arbeiten nach diesem Prinzip.
Die Forscherinnen und Forscher untersuchen außerdem, wie sich Supercomputer noch effizienter betreiben lassen. Deneb dient dabei selbst als Forschungsobjekt. Die Erkenntnisse helfen, künftige Rechenzentren nachhaltiger zu gestalten. So wird der neue Supercomputer nicht nur ein Werkzeug für KI-Forschung, sondern auch ein Baustein für umweltfreundlichere Computertechnik.