Windkraftanlagen gelten als wichtiger Baustein der Energiewende. Doch irgendwann erreichen auch ihre riesigen Rotorblätter das Ende ihrer Lebensdauer. Was dann mit ihnen passiert, ist bislang schwer zu lösen. Denn das Material, aus dem sie bestehen, lässt sich nur aufwendig recyceln. Forschende der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) arbeiten daran, dafür neue Lösungen zu finden.
Dimitrij Seibert vom Composite Circularity Lab der HTWK Leipzig war im Februar und März 2026 beim portugiesischen Projektpartner APM in Lagos zu Gast. Knapp vier Wochen lang arbeiteten die Teams gemeinsam daran, wie sich Verbundwerkstoffe aus ausgedienten Großbauteilen weiterverwenden lassen. Verbundwerkstoffe bestehen aus mehreren miteinander verbundenen Materialien, etwa Glas- oder Kohlefasern, die in Kunststoff eingebettet sind. Sie sind besonders stabil und gleichzeitig leicht. Genau das macht sie für Windkraftanlagen oder Flugzeuge interessant. Gleichzeitig erschwert diese Kombination aber das Recycling.
Warum das Problem größer wird
Mit dem Ausbau der Windenergie wächst auch die Menge alter Rotorblätter. Viele der Anlagen, die in den frühen Jahren der Energiewende gebaut wurden, nähern sich inzwischen dem Ende ihrer Nutzungsdauer. Weil Rotorblätter aus komplexen Verbundwerkstoffen bestehen, lassen sie sich nur schwer zerlegen oder recyceln. Deshalb wird verstärkt nach Möglichkeiten gesucht, die Materialien weiterzuverwenden oder für neue Produkte umzubauen. Projekte wie EuReComp sollen dafür praktische Lösungen entwickeln.
Die Outdoorküche aus einem ehemaligen Rotorblatt ist deshalb nicht nur ein Designobjekt. Sie zeigt auch, wie aus schwer recycelbaren Materialien neue Produkte entstehen können.