Was unterscheidet uns eigentlich von unseren nächsten Verwandten im Tierreich? Antworten auf diese Frage liefert seit 25 Jahren das Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum (WKPRC) im Zoo Leipzig. Hier erforschen Wissenschaftler unter einzigartigen Bedingungen das Denken und Verhalten von vier Menschenaffenarten – und damit die Grundlagen dessen, was den Menschen ausmacht.
Seit April 2001 betreibt das Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) das WKPRC, dessen Spitzname "Pongoland" ist. Rund 50 Menschenaffen leben dort: Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans.
Leipzig vernetzt die Welt der Primatenforschung
"Dass wir Forschung, Tierwohl und Transparenz für die Besucherinnen und Besucher so eng miteinander verbinden können, beruht ganz wesentlich auf der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Zoo Leipzig", sagt Daniel Haun, Direktor der Abteilung für Vergleichende Kulturpsychologie am MPI-EVA.
Um noch größere Fragen zu beantworten, gründeten Leipziger Forscher 2019 das Netzwerk ManyPrimates. Es verbindet Forschungsstationen aus aller Welt und bündelt Daten über Dutzende Primatenarten. Eine erste Studie zum Kurzzeitgedächtnis umfasste bereits über 400 Tiere aus mehr als 40 Arten an fast 30 Standorten. Auch in Zukunft will das WKPRC ein Schlüsselort der Wissenschaft sein, der zeigt, wie nah wir unseren tierischen Verwandten sind, und wie viel wir von ihnen noch lernen können.