Pflichtaufgabe nach dem Ansetzungswirbel gemeistert: Der FSV Mainz 05 hat die Pokalhürde Dynamo Dresden übersprungen und sich für das Conference League Spiel am Donnerstag bei Rosenborg Trondheim Selbstvertrauen geholt. Bei Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden siegte der Bundesligist mit 1:0 (1:0). Nationalspieler Nadiem Amiri hatte die Mainzer vor 30.105 Zuschauern mit einem Freistoß nach 22 Minuten in Führung geschossen. Jakob Lemmer (66.) vergab die große Chance zum Ausgleich, als er einen Handelfmeter direkt in die Arme von FSV-Torhüter Robin Zentner schoss. Gäste-Trainer Bo Henriksen sah nach 86 Minuten wegen einer Unsportlichkeit die Rote Karte.
Treffer verändert Kräfteverhältnisse
Erst danach wurden die 05er ihrer Favoritenrolle gerechter, spielten nach vorn und brachten die Dresdner Deckung mehrfach in Bedrängnis. Paul Nebel fand mit zwei einhundert prozentigen Chancen (34., 41.) im aufmerksamen Dynamo-Torhüter Tim Schreiber seinen Meister.
Nach der Pause übernahm der FSV die Spielkontrolle, leistete sich nach 65 Minuten aber durch den gerade eingewechselten Ben Bobzien ein Handspiel im Strafraum. Doch Lemmer trat den Ball so schwach, dass Zentner ihn ohne Mühe sicher aufnehmen konnte.
Mainz verwaltete danach den Vorsprung, hielt Dynamo weitgehend vom eigenen Strafraum fern und sparte damit Kräfte. Erst in der Schlussphase hatten die Hausherren noch Möglichkeiten, wobei Lemmer (87.) noch einmal frei vor Zentner auftauchte, aber knapp verzog.
Heidel-Kritik an Ansetzung: «Schreibtischakrobaten beim DFB»
Die Ansetzung der Partie hatte im Vorfeld für großen Wirbel gesorgt. Wegen des Spiels in Trondheim wollten die Mainzer auf keinen Fall am Montag spielen. Der DFB hielt nach Clubangaben an der Ansetzung fest und verwies dabei auf verbindliche Vorgaben der Sicherheitsbehörden vor Ort. In Dresden fand am Wochenende vom 15. bis 17. August das «Canaletto» statt, das als größtes Stadtfest Deutschlands gilt.
Der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel kritisierte die Entscheider in dieser Sache vor dem Spiel im «Sky»-Interview scharf. «Was da passiert ist, ist für mich eine Farce», sagte Heidel. Seine Kritik richtete der 62-Jährige an einen bestimmten Personenkreis. «Da sitzen dann so ein paar Schreibtischakrobaten beim DFB - und da mein ich nicht den DFB allgemein, sondern die Leute, die das entschieden haben.»
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