Nach 23 Jahren Profifußball geht im Schacht das Licht aus. Der Absturz in die Regionalliga ist für den FC Erzgebirge Aue praktisch nicht mehr abzuwenden – und das ausgerechnet im Jahr des 80. Vereinsjubiläums.
Torjäger Marcel Bär beschrieb die Gemengelage im Erzgebirge schon nach der Heimniederlage gegen Hoffenheims Reserve Anfang April treffend: «Ich stehe hier gefühlt Woche für Woche und erzähle den gleichen Scheiß. Es ist peinlich, wenn die gegnerische Mannschaft Tore schießt und die eigenen Fans jubeln.»
Der Stolz beim viermaligen DDR-Meister ist verloren gegangen. Wenigstens mit dem Einzug ins sächsische Landespokalfinale dank des 2:0 beim Chemnitzer FC bleibt noch eine Titelchance. Am 23. Mai muss Aue in der Zwickauer GGZ-Arena im Finale beim Regionalligisten FSV antreten.
Doch wie konnte es in Liga drei so weit kommen? Fehlende Kontinuität in der sportlichen Führung: 16 Trainerwechsel in zehn Jahren, keine Besserung in Sicht. Dabei war der lila-weiße Verein aus dem Lößnitztal doch jahrelang ein Paradebeispiel dafür, wie man mit einem Mini-Etat in einer Kreisstadt im Erzgebirge mit Vernunft, Planungsgeschick und weitsichtigen Entscheidungen Zweitliga-Fußball präsentierte.