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Hertha rechnet mit nur rund 700 Anhängern in Dresden

Hertha rechnet mit nur rund 700 Anhängern in Dresden
Will die nicht-sportlichen Themen ausblenden: Hertha-Coach Stefan Leitl. (Archivbild) / Foto: Andreas Gora/dpa
Hertha BSC reist als Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga zu Dynamo Dresden – muss dort aber auf Hunderte Fans verzichten. Wie viele Anhänger erwartet werden und was Coach Leitl sagt.

Hertha BSC rechnet mit lediglich rund 700 Anhängern im Zweitliga-Spiel bei Dynamo Dresden. Das berichtete Pressesprecherin Vera Krings auf der Pressekonferenz vor dem Flutlichtspiel beim Tabellenvorletzten am Samstagabend (20.30 Uhr/Sky und RTL). Grund für die geringe Zahl sind auch die Konsequenzen aus den schweren Ausschreitungen beim vergangenen Duell, zu dem noch rund 3.000 Hertha-Fans mitgereist waren. 

Der DFB ordnete an, dass bei den direkten Duellen in dieser Saison nur die Hälfte des Gästeblocks gefüllt werden darf und die Tickets personalisiert sein müssen. Die Hertha-Ostkurve kündigte daraufhin an, die Partie wegen dieser Einschränkungen komplett zu boykottieren.

Heftige Krawalle im April 

Beim Hertha-Sieg im April war die Partie zunächst wegen massiven Pyrotechnik-Einsatzes im Gästeblock fast fünf Minuten unterbrochen worden. Im dichten Nebel stahlen Dynamo-Anhänger ein Hertha-Banner, anschließend kam es zu Ausschreitungen im Innenraum. Pyrotechnik flog in beide Fanblöcke, die Polizei griff ein. Das Spiel ruhte erneut knapp 20 Minuten. Der DFB bestrafte wegen der Vorfälle beide Clubs.

Auf die Vorbereitung des bislang ungeschlagenen Tabellenführers hätten die nicht-sportlichen Themen keinen Einfluss, erklärte Trainer Stefan Leitl. «Es geht darum, dass wir versuchen, bei uns zu bleiben und unser Spiel aufs Feld zu bekommen. In der gleichen Intensität, in der gleichen Herangehensweise wie in den letzten Wochen», sagte Leitl und verwies mit Blick auf «die ganzen anderen Themen» auf Geschäftsführer Peter Görlich. 

Görlich übt Kritik an Kollektivstrafen

Dieser hatte die Krawalle in einem Interview des «Kicker» zwar als «nicht akzeptabel» bezeichnet, erklärte aber auch: «Wir agieren in einem emotional aufgeladenen, kontroversen Handlungsfeld. Wir alle wollen die deutsche Fußball-Kultur erhalten. Ob Kollektivstrafen und eine Mittelalter-Rhetorik mit dem Machtwort als letzter Instanz dazu führen, diese Fußball-Kultur zu erhalten, das stelle ich infrage.»

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