Nach den Ausschreitungen beim Fußball in Dresden mehren sich die Stimmen nach Konsequenzen für die Vereine. Am Dienstag erreichte die Debatte den Sächsischen Landtag. Das Bündnis Sahra Wagenknecht und die Grünen griffen dabei eine Vorlage von Innenminister Armin Schuster (CDU) vom Sonntag auf. Er hatte die Krawalle scharf verurteilt. Es könne nun kein Pardon mehr geben, seine Geduld habe ein Ende, sagte er. Die Vorkommnisse stünden symbolisch für eine «Gewaltfolklore» in deutschen Fußballstadien und stellten den gesamten bisherigen Verhandlungsweg mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) infrage.
Forderung: Vereine stärker in die Pflicht nehmen
Lippmann riet Schuster, den engen Kontakt zum DFB und zur DFL, zu Vereinen und den friedlichen Fans zu suchen, «um gemeinsam gezielte Maßnahmen zu entwickeln, wie Gewalt im Stadion wirksam unterbunden werden kann. Insbesondere müssen die Vereine stärker in die Pflicht genommen werden, wirksam gegen Gewalttäter in der eigenen Fanszene vorzugehen, für Sicherheit in den Stadien zu sorgen und die friedliche Fankultur zu stärken.» Die von Schuster geplanten Maßnahmen dürften dazu keinen effektiven Beitrag leisten.
Was passiert war
Beim Zweitliga-Spiel Dresden gegen Hertha war es am vergangenen Samstag zu Krawallen gekommen, an denen beide Fanlager beteiligt waren. Zunächst wurde Pyrotechnik gezündet. Danach kletterten Fans über die Zäune und attackierten sich im Innenraum des Stadions. Die Partie musste zweimal unterbrochen werden. Polizisten versuchten, das Geschehen in den Griff zu bekommen und die Lager zu trennen. Die Polizei hat mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren eingeleitet. Von Verletzten war nicht die Rede.