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Panter: China ist Chance für Zukunft des VW-Standorts Mosel

Panter: China ist Chance für Zukunft des VW-Standorts Mosel
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) schlägt ein Joint Venture mit China vor, um die Zukunft des VW-Standortes in Zwickau zu sichern (Archivbild). / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Von: DieSachsen News
Chinesische Autobauer drängen nach Europa – Sachsens VW-Standort könnte davon profitieren. Sachsens Wirtschaftsminister sieht darin eine Chance.

Der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) wirbt mit Blick auf die Zukunft des VW-Standortes in Zwickau-Mosel weiter für eine chinesische Beteiligung. Es gehe ihm um die Zusammenarbeit mit bestehenden Joint Ventures, an denen VW bereits beteiligt ist, sagte er im Landtag. Man brauche einen realistischen Blick auf den Automobilmarkt. «Chinesische Marken werden auf dem europäischen Markt so oder so weiterkommen. Sie werden Fuß fassen. Wir sollten damit pragmatisch umgehen und dafür sorgen, dass Sachsen davon profitiert.»

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China als Chance für Sachsen

«Wir wollen also, dass China als Chance für Sachsen begriffen wird. Das heißt, unser Maßstab ist die industrielle Zukunftsfähigkeit des Standortes und sichere Arbeitsplätze bei VW in Sachsen», betonte Panter. Zwickau verfüge über hochqualifizierte Fachkräfte und industrielle Kompetenz, die es zu erhalten gelte. «Deshalb stehen wir dafür mit einer pragmatischen Industriepolitik. Denn es ist in meinen Augen besser, industrielle Kompetenz bei VW Sachsen weiterzuentwickeln und die Produktion abzusichern, als womöglich auf verlorenem Posten zu kämpfen und Wertschöpfung zu verlieren.»

Investitionen nach klaren europäischen Regeln

Panter stellte klar, dass China in vielen Bereichen der Elektromobilität kein Entwicklungsland ist. «Im Gegenteil, sie sind Innovationstreiber und teilweise Vorreiter. Davon können auch wir profitieren, sei es bei Batterietechnik oder Software.» Zugleich müsse man darauf achten, dass Investitionen nach klaren europäischen und deutschen Regeln und Standards stattfinden. Staatlichen Einfluss aus China lehne er ab. Für das Joint Venture ist nach Ansicht von Panter die Halle 5 in Zwickau prädestiniert. Sie werde Ende 2027 leer gezogen, da die Produktion des ID.3 nach Wolfsburg abwandere.

Linke und Grüne sehen chinesische Beteiligung kritisch

In einer anschließenden Debatte stieß Panter mit seinen Überlegungen vor allem bei den Grünen und Linken auf Widerstand. Wolfram Günther (Grüne) attestierte China «knallharte Strategien», um den Markt zu dominieren. China sei einer der «aggressivsten Staaten dieser Erde, was auch Spionage anbelangt». Linke-Fraktionschefin Susanne Schaper warnte vor Naivität. «Wer chinesische Investoren nur als Heilsbringer sieht, ignoriert Konfliktpotenzial.» Das zeige etwa der Arbeitskampf beim Unternehmen Metalfloat in Espenhain, das zu einem chinesischen Konzern gehört. 

Zwickauer Werk Vorreiter der E-Mobilität
 

Im Zwickauer Werk mit rund 8.000 Mitarbeitern werden ausschließlich Elektroautos gebaut. Innerhalb des VW-Konzerns ist der Standort Vorreiter in der E-Mobilität. Im Zuge der konzernweiten Sparmaßnahmen wurden jedoch bereits etwa 1.200 Arbeitsplätze abgebaut. Statt wie bisher in drei Schichten wird nur noch in zwei Schichten gearbeitet. Bis 2030 gilt eine Standortgarantie. Der BSW-Abgeordnete Ralf Böhme äußerte den Verdacht, die komplette Umrüstung auf E-Autos sei mit Hintergedanken erfolgt, diesen Standort im Extremfall eher opfern zu können als den Standort in Wolfsburg. 

Panter: Verzögerung bei Integration in Konzern keine Katastrophe


Panter ging auch die Verzögerung bei der Integration der VW Sachsen GmbH in die AG ein. Die GmbH mit ihren drei Standorten in Zwickau, Chemnitz und Dresden firmiert bisher als eigenständiges Unternehmen und sollte ursprünglich bis Ende dieses Jahres in den Konzern integriert werden. Panter hält die Verzögerung zwar für «ärgerlich» und «kein schönes Signal», sieht aber darin auch keine Katastrophe, weil die tarifrechtliche Integration bereits vorfristig zum 1. Januar dieses Jahr erfolgte. «Was ist wichtiger, der Geldbeutel oder die Plakette am Eingangstor?», fragte der SPD-Politiker. 

Einstieg von Sachsen bei VW unrealistisch

Einen von den Grünen vorgeschlagener Einstieg des Freistaates bei VW hält Panter für unrealistisch. Um ausreichend Stammaktien kaufen zu können - denn nur so bekomme man einen Platz im Aufsichtsrat - brauche man viel Geld: für ein Prozent ungefähr 450 Millionen Euro, rechnete Panter vor. Die könne man «sicher besser in aufstrebende sächsische Unternehmen investieren». Dennoch werde Sachsen seinen Einfluss in Wolfsburg geltend machen.

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