Sie knattern tausendfach vor allem über ostdeutsche Straßen - Mopeds der Marke Simson aus dem thüringischen Suhl. In erster Linie bei jungen Leuten haben die in der DDR-Zeit gebauten Gefährte mit Namen wie Schwalbe, Star, Sperber oder S50/51 Kultstatus, auch wegen einer Sonderregelung im Einigungsvertrag: Die Zweitakter dürfen, wenn sie in der DDR zugelassen waren, im Gegensatz zu anderen Kleinkrafträdern mit Tempo 60 unterwegs sein. Für Simson-Reimporte gilt das nicht, sie können wie andere Mopeds nur 45 Kilometer pro Stunde fahren. Thüringens Landtag und Landesregierung möchten das nun ändern, zunächst in Thüringen - möglichst auch bundesweit.
«Simson ist Thüringen, Simson ist Freiheit auf zwei Rädern, Simson ist ein Lebensgefühl», sagte Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) in einer emotional und mit viel Nostalgie geführten Debatte im Landtag in Erfurt. «Simson-Fahren wollen wir bezahlbar und rechtssicher machen.» Durch Reimporte würde sich das Angebot erhöhen, Schwarzmarktpreise eingedämmt, sagte Voigt.