Der neu gewählte Oberbürgermeister von Aue-Bad Schlema, Marcus Hoffmann (CDU), wird das Amt möglicherweise erst später antreten können. Hintergrund ist ein Einspruch gegen das Wahlergebnis durch die rechtsextremen Freien Sachsen. Sie hatten den unterlegenen Kandidaten Stefan Hartung gestellt. Das Schreiben sei beim Landratsamt auf elektronischem Weg eingegangen, informierte die Rechtsaufsichtsbehörde. «Momentan liegen uns keine weiteren Einsprüche vor.» Die Frist dafür laufe noch bis Donnerstag (25. Juni).
Wer führt die Amtsgeschäfte in Aue-Bad Schlema weiter?
Bis dahin führe der bisherige Oberbürgermeister die Amtsgeschäfte weiter. In Aue ist das der langjährige CDU-Politiker Heinrich Kohl, der eigentlich Ende Juli ausscheidet. Sollte er dies ablehnen, müsse der Beigeordnete der Stadt diese Aufgabe übernehmen. Unter bestimmten Umständen kann der Stadtrat den gewählten Kandidaten auch zunächst zum Amtsverweser bestellen - so etwa 2020 in Chemnitz bei Sven Schulze (SPD) geschehen.
Hoffmann hatte Anfang Juni im zweiten Wahlgang gegen Hartung gewonnen. Den Ausschlag gaben in dem Kopf-an-Kopf-Rennen die Briefwahlstimmen. Insgesamt kam Hoffmann auf 5.007 Stimmen, Hartung auf 4.499.
In ihrem Einspruch listen die Freien Sachsen angebliche Rechtsverstöße bei der Wahl auf. Unter anderem werden Zweifel am Briefwahlergebnis geäußert. Auch sei eine Wahlurne angeblich nicht ordnungsgemäß versiegelt gewesen. Die Partei wirft zudem Landrat Rico Anton (CDU) vor, das Neutralitätsgebot verletzt zu haben. «Eine Stellungnahme von Herrn Landrat Anton ist aus Termingründen leider nicht möglich», hieß es auf Anfrage dazu seitens des Landratsamtes.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten