Deutschland hat 25 Männer per Charterflug nach Afghanistan abgeschoben. Es handele sich um Männer, die in Deutschland straffällig geworden seien, teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage mit. Zuvor hatte der «Spiegel» über den Abschiebeflug berichtet.
Die Maschine startete nach Angaben eines Ministeriumssprechers in der Nacht in Leipzig und kam am Morgen in der afghanischen Hauptstadt Kabul an. Die nun abgeschobenen Männer waren den Angaben nach in Deutschland wegen Totschlag, Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung und Drogendelikten verurteilt worden.
Grundlage ist eine direkte Vereinbarung mit den in Afghanistan herrschenden islamistischen Taliban, die der Bundesregierung regelmäßige Abschiebungen nach Afghanistan ohne Vermittlerstaaten ermöglicht.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, er sei «froh und dankbar», dass es eine Vereinbarung mit den Verantwortlichen in Afghanistan gebe, die «regelmäßig und regulär» solche Rückführungen erlaube. Dabei gebe es auch Einzelabschiebungen mit regulären Flügen. «Unsere Gesellschaft in ganz Europa hat ein großes Interesse daran, dass Straftäter aus unseren Ländern zurückgeführt werden.» Am Rande eines Treffens mit den Innenministern aus Luxemburg, Österreich und der Schweiz im luxemburgischen Burglinster sagte Dobrindt, man wolle «einen stärker funktionierenden Rückführungsmechanismus auf europäischer Ebene etablieren».