Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wollen ihre Schätze trotz Gefährdung durch Kriminelle weiter uneingeschränkt präsentieren. «Wir sind kein Archiv, das die Objekte dauerhaft sicher im Dunkeln verwahrt (...) Wir wollen sie zeigen, das ist unsere Aufgabe und Leidenschaft», sagte SKD-Generaldirektor Bernd Ebert bei der Präsentation dreier Objekte aus dem kaiserlichen China. Gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden und Firmen aus diesem Bereich sorge man aber für maximale Sicherheit.
«Kaiserliches Gipfeltreffen» im Museum
Ebert zufolge nahm die Porzellansammlung die 900 Jahre alte sogenannte Ru-Schale und eine Drachenvase aus dem 18. Jahrhundert erst einmal aus dem Sichtfeld. Ab sofort sind beide Stücke gemeinsam mit einem kleinen Schnupftabakfläschchen in einem Raum des Neuen Grünen Gewölbes im Residenzschloss zu sehen - hinter Sicherheitsglas. Generaldirektor Ebert sprach von einem «kaiserlichen Gipfeltreffen». Nach der Präsentation bis Ende Juni soll sie später wieder in der Porzellansammlung zu sehen sein.
Die Schau unter dem Titel «Im Fokus: Drei seltene Schätze des Kaiserlichen Chinas» gilt als kleine Sensation. Denn Keramik aus der Ru-Präfektur in der nördlichen Provinz Henan wurde exklusiv für den chinesischen Kaiserhof produziert und ist heute weltweit nur noch in 89 Exponaten erhalten. Dresden hat deutschlandweit die einzige Ru-Keramik im Bestand. Das zierliche Gefäß aus glasiertem Steinzeug diente als Waschschale für Pinsel. Bei einer Auktion in Hongkong wurde eine fast identische Schale 2017 für umgerechnet 31 Millionen Euro versteigert.