Sardinen in der Dose haben es gut. Sie liegen eng beieinander – aber sie liegen. Menschen in der Elf auf dem Weg zur oder auf dem Weg von der 16. Dresdner Schlössernacht können da nicht mithalten: die Bahnen sind mehr als voll, und nach Mitternacht sind sie sogar mehr als proppevoll – zur Geisterstunde fuhr die Elf als einziger ÖPNV-Zubringer der Schlössernacht nur noch im Halbstundentakt. Es brauchte schon viel Mut, sich da noch reinzuquetschen – aber gut gelaunte Menschen nehmen das zur Geisterstunde ja gelassen hin. Es sei denn, sie wurden Opfer von so von mir noch nie gesehenen Fahrscheinkontrollen: auf dem Hinweg lustigerweise schon an der Waldschlösschenbrücke, mit Großaufgebot – aber ohne Sinn und Verstand. Kann man machen, muss man aber nicht.
Aber wie bei einem Sandwich oder einem Hamburger: zwischen den beiden äußeren Erlebnisschichten liegt der wahre Genuss, und der konnte an dieser rein wettertechnisch vorbildlichen Sommernacht besser nicht sein. Das mit dem Wetter ist nämlich so: entweder es schüttet immer wieder mal, so dass man klamm durch die Nacht schleicht – aber bei der hilflosen Suche nach einem trockenen Plätzchen unter einer Bogenbrücke zusammenkuschelt und auf diese Art nette Leute kennenlernt (so war’s in der Elf auf dem Heimweg übrigens auch: rundum Gäste von außerhalb, teils mit Flaschen von Schloss Proschwitz als Wegzehrung, aber alle sehr entspannt). Manchmal ist es auch zu heiß – bei 40 Grad unter der Hitzeglocke jagt man ja vor Sonnenuntergang nicht mal eine wärmeliebende Eidechse vor die Tür. So aber: alles perfekt.
