Till Neumeister ist Weinbauleiter im Staatsweingut Schloss Wackerbarth und damit verantwortlich für jene 90 Hektar Rebfläche, auf denen die Grundlage für rund 600.000 Flaschen pro Jahr entsteht – etwa 350.000 Flaschen Stillwein und 250.000 Flaschen Sekt in klassischer Flaschengärung. Schon im November vergangenen Jahres haben wir – kurz nach der Lese – diese Podcast-Folge aufgezeichnet, in der wir zwei Sekte und zwei Stillweine probieren, die alles vier das Zeug haben, zu überraschen. Denn nach wie vor verbinden noch immer viele Weinkenner Wackerbarth-Produkte nicht mit Spitzensekten oder Spitzenweinen in Verbindung. Aber wahrscheinlich haben die weder einen Bussard-Sekt noch einen Protze-Riesling probiert…
Dass Wein im Weinberg entsteht, ist eine oft bemühte Formel. Eine schöne Formulierung für punktgenaues Arbeiten: Besonders bei Sektgrundweinen entscheidet der Lesezeitpunkt über Stil und Qualität. Die Trauben werden früher geerntet als für Stillweine, um eine präzise, reife Säure und moderate Mostgewichte zu sichern. In warmen Jahren kann das bereits Ende August beginnen; 2018 war ein Extremfall mit sehr früher Blüte und entsprechend vorgezogener Lese. Spätburgunder aus den warmen Radebeuler Lagen bildet dann oft den Auftakt – unter anderem für Spitzensekte wie den Bussard oder den Blanc de Noir.

