„Wer den kompletten Namen sagen kann, bekommt eine Flasche Wein von mir geschenkt!“, lacht der Anton aus Südtirol. Hatte er mich deswegen gleich zur Begrüßung gefragt, ob wir beim DU seien? Wohl kaum, denn die Flasche hätte der aufstrebende Winzer aus Neumarkt am Ende der Südtiroler Weinstraße ganz sicher erübrigen können – zumal wir uns ja eh zur Probe verabredet hatten. Nein: Anton Longo ist der unkomplizierte Typ, der gerne lacht – auch wenn er sich im Gespräch keineswegs als vordergründig oder oberflächlich erweist, sondern oft eher nachdenklich erscheint. „Das neue, hell leuchtende Sternchen am Südtiroler Weißweinhimmel“ nennt ihn Heiner Lobenberg anerkennend untertreibend – und die Dorfgemeinschaft in Neumarkt tituliert ihn oft noch mit „der Herr Baron“. Wahrscheinlich ist ihnen Anton Baron Longo Liebenstein zu Wellenburg und Langenstein aber einfach zu lang.
Vor dem Treff im Weingut mit Anton Longo gab’s aber eine Begegnung mit seiner rechten Hand Omar und rund einem Dutzend von unbezahlten (außer: Kost und Logis) Mitarbeitenden des Weinguts – niedliche Schweine. Wir trafen uns am Schlössl zum Grundkurs Baron-Longo-Weinwissen: Baron Longo in Neumarkt (Südtirol) ist seit 2015 auf dem Markt und seit 2024 zu 100 % Demeter-zertifiziert. Die Komplexität der Weine, sagt Omar, entstehe durch die Kombination zweier stark unterschiedlicher Lagen. Die Hauptlage liegt auf 240–310 m Höhe mit 18,5 Hektar und vielfältigen Böden (sandig-kiesig, lehmig, porphyrhaltig) sowie Neigungen von flach bis steil. Eine zweite, hochgelegene Parzelle (2,5 ha Weinreben) befindet sich auf 950–1050 m direkt am Rand des Trudner Horn Naturparks. Aus den oberen, kühleren Lagen stammen Säure und Mineralität, aus den unteren, wärmeren Lagen Frucht und Weichheit.

