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Krank zur Arbeit? Der Körper leidet wochenlang

Krank zur Arbeit? Der Körper leidet wochenlang
Symbolbild Grippe / pixabay Mojpe
Von: Wissensland
Schnell noch ins Büro, obwohl die Erkältung plagt? Eine neue Studie der TU Chemnitz zeigt: Wer krank arbeitet, zahlt einen hohen Preis. Die Erschöpfung hält wochenlang an und der Körper braucht viel länger zur Erholung als gedacht. Forschende warnen vor einer gefährlichen Spirale.

Die Nase läuft, der Hals kratzt, aber die Präsentation muss fertig werden, das Projekt abgegeben werden. Viele Menschen kennen das Dilemma. Sie schleppen sich krank zur Arbeit, weil wichtige Termine anstehen oder sie das Team nicht im Stich lassen wollen. Doch dieser scheinbar pragmatische Entschluss hat Folgen, die unterschätzt werden. Forschende der TU Chemnitz haben gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Groningen und Bonn untersucht, was mit Menschen passiert, die trotz Krankheit arbeiten.

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Erschöpfung baut sich nur langsam ab

123 Berufstätige führten 16 Wochen lang wöchentlich Tagebuch. Sie notierten, ob sie krank gearbeitet hatten und wie erschöpft sie sich fühlten. Das Team um Dr. Carolin Dietz von der TU Chemnitz wertete die Daten aus. Die Erkenntnis: „Wer krank arbeitet, braucht also wesentlich länger, um sich zu regenerieren", erklärt die Wissenschaftlerin. Viele würden unterschätzen, wie lange der Körper brauche, um sich vom Arbeiten trotz Krankheit zu erholen. Die Daten zeigten, dass sich Erschöpfung nach solchen Phasen nur langsam über mehrere Wochen hinweg abbaue.

Zwei Drittel der Teilnehmenden gingen mindestens einmal krank zur Arbeit. Manche taten es mehrfach. Je häufiger Menschen trotz Krankheit arbeiten, desto stärker zeigen sich Anzeichen chronischer Müdigkeit. „Wer Präsentismus regelmäßig zeigt, läuft Gefahr, in eine Spirale aus Überforderung und dauerhafter Erschöpfung zu geraten", warnt Dr. Oliver Weigelt von der Universität Groningen.

Nicht die Krankheit erschöpft, sondern das Weiterarbeiten

Die Forschenden prüften, ob andere Faktoren die Erschöpfung verursachen könnten. Sie berücksichtigten Krankheitssymptome, Arbeitsbelastung und Zeitdruck.  „Die Erschöpfung ist also nicht einfach eine Folge der Krankheit selbst, sondern vor allem eine Folge des Verhaltens, trotzdem weiterzuarbeiten", betont Prof. Dr. Christine Syrek von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Prof. Dr. Bertolt Meyer von der TU Chemnitz leitet aus der Studie klare Empfehlungen ab. Betriebe sollten Beschäftigte aktiv dazu ermutigen, sich bei Krankheit auszukurieren. So ließen sich nicht nur Ansteckungen vermeiden, sondern auch mittelfristige Kosten durch verringerte Leistungsfähigkeit. Seine Botschaft an Beschäftigte lautet: „Ausruhen ist keine Schwäche, sondern eine Investition in nachhaltige Leistungsfähigkeit."

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